Gefrorene Seen locken Schlittschuhläufer – doch das Eis birgt tödliche Risiken
Verena KramerGefrorene Seen locken Schlittschuhläufer – doch das Eis birgt tödliche Risiken
Eiswelle verwandelt Seen in der Region in gefrorene Spielplätze – doch Vorsicht ist geboten
Die jüngste Frostperiode hat Seen in der gesamten Region in riesige Eisflächen verwandelt und lockt Scharen von Schlittschuhläufern an. Beliebte Ziele wie der Gnadensee, der Hirschauer Baggersee in Tübingen oder der Riedsee in Möhringen sind derzeit lebhaft besucht. Doch Experten warnen: Nicht überall ist das Eis sicher genug fürs Schlittschuhlaufen.
Die eisigen Temperaturen haben eine winterliche Märchenlandschaft geschaffen – schneebedeckte Flächen und scheinbar stabiles Eis laden zum Betreten ein. Viele Menschen nutzen die Gelegenheit, um über die zugefrorenen Seen zu gleiten oder einfach nur über die Oberfläche zu spazieren. Doch die meisten Gewässer, darunter auch der Gnadensee, wurden bisher nicht offiziell für sicher befunden.
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gibt klare Sicherheitshinweise: Das Eis muss mindestens 15 Zentimeter dick sein, um Schlittschuhlaufen zu ermöglichen – bei fließendem Wasser sogar 20 Zentimeter. Besonders riskant ist es, bereits nach einem einzigen Frosttag aufs Eis zu gehen. Sichtbare Risse, dunkle Stellen oder austretendes Wasser können auf schwache Stellen hindeuten, die jederzeit einbrechen könnten. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte stattdessen kontrollierte Eisbahnen aufsuchen. Die Eisfläche am Überlinger Landungsplatz bietet beispielsweise eine überwachte Alternative. Solche Anlagen sind besonders sinnvoll, um die Gefahren von ungetestetem Natureis – wie etwa am Gnadensee – zu umgehen.
Zwar wirken die zugefrorenen Seen verlockend, doch die Risiken durch instabiles Eis bleiben hoch. Die Behörden raten weiterhin zur Vorsicht und empfehlen, ausschließlich zugelassene Eisbahnen zu nutzen. Wer die Warnungen ignoriert, setzt sich auch ohne Schlittschuhe einer ernsten Gefahr aus.