Gewalt durch Kinder in Baden-Württemberg erreicht Rekordhoch – was steckt dahinter?
Gabor HethurKindesgewalt: Strobl fragt nach Strafmündigkeit - Gewalt durch Kinder in Baden-Württemberg erreicht Rekordhoch – was steckt dahinter?
Gewalttaten mit Kindern und Jugendlichen in Baden-Württemberg erreichen besorgniserregendes Ausmaß
In Baden-Württemberg haben Gewaltdelikte, an denen Kinder und Jugendliche beteiligt sind, ein alarmierendes Niveau erreicht. 2025 registrierten die Behörden 1.243 tatverdächtige Kinder unter 14 Jahren – der höchste Stand seit mindestens zwei Jahrzehnten. Der deutliche Anstieg hat Forderungen laut werden lassen, das in Deutschland bei 14 Jahren liegende Mindestalter für strafrechtliche Verantwortung zu überprüfen.
In den vergangenen zehn Jahren stiegen gewalttätige Straftaten von Jugendlichen in der Region um 15 bis 20 Prozent. Dies steht im Gegensatz zu anderen Bundesländern wie Bayern und Hessen, wo solche Delikte um 5 bis 10 Prozent zurückgingen, während Nordrhein-Westfalen und Berlin Zunahmen von 20 bis 30 Prozent verzeichneten. Körperverletzungen durch Kinder allein nahmen im selben Zeitraum um fast 120 Prozent zu.
Die Zahl der tatverdächtigen Kinder unter 14 Jahren ist seit 2015 um etwa 57 Prozent gestiegen. Die meisten Straftaten von Kindern und Jugendlichen betreffen nach wie vor Diebstahl – insbesondere Ladendiebstahl – sowie Körperverletzungen. Zwar ging die Gewalt an Schulen zurück, bleibt aber ein Problem: 2025 wurden 2.826 Opfer gemeldet.
Insgesamt liegt die Zahl junger Tatverdächtiger bei Gewaltdelikten weiterhin über dem Zehnjahresschnitt – 2025 waren es 6.237 Fälle. Als Reaktion schlagen Innenminister Thomas Strobl und Justizministerin Marion Gentges eine Studie vor. Diese soll untersuchen, wie sich das moralische Urteilsvermögen und die Selbstkontrolle von Kindern mit dem Alter entwickeln.
Ziel der Studie ist es, ein klareres Bild von jugendlichem Strafverhalten zu gewinnen. Sollten die Ergebnisse Anpassungsbedarf aufzeigen, könnten sie künftige Politiken im Umgang mit Jugendkriminalität beeinflussen. Die steigenden Zahlen verdeutlichen indes die anhaltende Herausforderung für Polizei und Sozialdienste.






