Grüne und CDU liefern sich erbitterten Schlagabtausch vor der Landtagswahl
Verena KramerCDU und Grüne tauschen Vorwürfe im Endspurt vor der Wahl in Baden-Württemberg - Grüne und CDU liefern sich erbitterten Schlagabtausch vor der Landtagswahl
Der Wahlkampf zur Landtagswahl in Baden-Württemberg geht in die heiße Phase – begleitet von wachsender Spannung zwischen Grünen und CDU. Vorwürfe wegen Falschinformationen und persönlicher Angriffe prägen die letzte Phase des Wahlkampfs. Beide Parteien tauschen nun scharfe Kritik an Taktiken und früheren Aussagen aus.
Der jüngste Konflikt begann, als CDU-Generalsekretär Tobias Vogt der Grünen Jugend vorwarf, im Wahlkampf Grenzen überschritten zu haben. Die Gruppe hatte ihre Anhänger aufgefordert, Wähler an ein umstrittenes Interview des CDU-Politikers Manuel Hagel aus dem Jahr 2018 zu erinnern. Ein Sprecher der Grünen Jugend verteidigte das Vorgehen mit dem Argument, die Wähler müssten selbst entscheiden, wer ein Amt verdiene – und Hagel gehöre nicht zu ihren Favoriten.
Die CDU konterte und bezeichnete den Vorstoß der Grünen Jugend als Schlammschlacht. Parteimitglieder warfen den Grünen vor, ihren moralischen Kompass verloren zu haben, und verwiesen auf einen Wahlkampfaufruf, in dem Anhänger dazu aufgerufen wurden, Freunde und Familie zu kontaktieren, um gegen Hagel zu stimmen. Florian Hummel, Landesvorsitzender der Jungen Union, stellte die Wahl als klare Entscheidung zwischen Grünen und CDU dar und machte gleichzeitig – ohne Belege – die Grünen für wirtschaftliche Probleme verantwortlich.
Diese wechselseitigen Vorwürfe sind Teil eines langjährigen Streits. Seit 2018 werfen sich beide Parteien gegenseitig vor, Falschinformationen zu verbreiten. 2021 behauptete CDU-Landeschef Guido Wolf, die Grünen würden Wähler in Klimapolitik und Migration täuschen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) konterte damals mit dem Vorwurf, die CDU betreibe Angstmache. 2024 entfachte sich der Konflikt erneut, als Manuel Hagel (CDU) "Fake News" der Grünen zum Wohnungsmangel kritisierte. Bis zur Bundestagswahl 2025 tauschten Politiker wie Nina Warken (CDU) und Franz Untersteller (Grüne) frische Anschuldigungen aus.
Lena Schwelling, Co-Vorsitzende der Grünen, wies die jüngste Kritik der CDU zurück und warf der Partei stattdessen vor, selbst Desinformation zu verbreiten. Die Grüne Jugend hingegen betonte, ihre Kampagne entspreche gängiger Praxis einer Jugendorganisation, die sich gegen eine andere Partei stellt.
Im Wahlkampf haben beide Seiten ihre Rhetorik zugespitzt, mit persönlichen Angriffen und Vorwürfen wegen Falschinformationen, die die letzten Tage prägen. Bald entscheiden die Wähler, welcher Partei sie das Vertrauen für die Führung des Landes schenken – nach Monaten des erbitterten Schlagabtauschs. Das Ergebnis könnte mitbestimmen, ob der aktuelle Ton der politischen Debatte in den kommenden Jahren beibehalten oder verändert wird.






