Günstige Biogasanlagen für Mittelbetriebe: BMEL fördert revolutionäres Projekt mit 7,1 Millionen Euro
Ludger RörrichtGünstige Biogasanlagen für Mittelbetriebe: BMEL fördert revolutionäres Projekt mit 7,1 Millionen Euro
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert Entwicklung günstiger Biogasanlagen für mittelgroße Betriebe
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt ein neues Projekt zur Entwicklung bezahlbarer Biogasanlagen für landwirtschaftliche Mittelbetriebe. Die von der Universität Hohenheim geleitete Initiative zielt darauf ab, kompakte Systeme zu schaffen, die Rindergülle in Energie umwandeln und dabei die Methanemissionen um bis zu 90 Prozent reduzieren. Mit einer Förderung von 7,1 Millionen Euro soll die Technologie für Höfe mit etwa 100 Milchkühen oder 170 Großvieheinheiten praxistauglich gemacht werden.
Das Projekt mit dem Namen KLAWIR konzentriert sich auf den Bau standardisierter Biogasanlagen mit einer Leistung von 50 Kilowatt. Diese Anlagen fermentieren die Gülle in offenen Behältern, fangen das entstehende Methan zur Energiegewinnung auf und verhindern so dessen Freisetzung in die Atmosphäre. Ziel ist es, die Kosten auf unter 8.000 Euro pro Kilowatt zu drücken und die Bauzeit auf nur drei Wochen zu verkürzen.
Eine 50-kW-Anlage könnte bei den aktuellen Förderbedingungen jährlich etwa 50.000 Euro einbringen. Kleinere Anlagen unter 150 kW profitieren zudem von höheren Einspeisevergütungen, was ihre Wirtschaftlichkeit weiter verbessert. Das erzeugte Biogas kann den Energiebedarf der Höfe decken, die Stromkosten senken und gleichzeitig eine stabile Einnahmequelle schaffen.
Die Forscher sind überzeugt, dass diese Mini-Biogasanlagen für Milchvieh- und Viehzuchtbetriebe eine realistische Option werden könnten. Durch geringere Investitionskosten und schnelle Amortisationszeiten soll die Technologie nachhaltige Energieerzeugung für mehr landwirtschaftliche Betriebe zugänglich machen.
Das Projekt könnte die Art und Weise revolutionieren, wie mittelgroße Höfe mit Abfall und Energiekosten umgehen. Bei Erfolg würden die standardisierten 50-kW-Anlagen einen schnelleren und günstigeren Einstieg in die Biogastechnologie ermöglichen. Landwirte hätten dann nicht nur geringere Emissionen und niedrigere Energiekosten, sondern könnten durch die Produktion erneuerbarer Energien auch ein neues Standbein aufbauen.






