Günther Jauch kauft Loriots legendäres Haus am Starnberger See
Günther Jauch hat das ehemalige Wohnhaus von Vicco von Bülow am Starnberger See erworben. Das Anwesen, das einst dem legendären Komiker Loriot gehörte, besitzt große kulturelle Bedeutung. Jauchs Kauf könnte seine langjährige Bewunderung für Loriots Humor widerspiegeln.
Loriot, ein Pionier der deutschen Satire, hinterließ ein Erbe aus Filmen, Sketchen und Büchern. Seine Werke, darunter Ödipussi und Pappa ante Portas, sind noch Jahrzehnte später beliebt. Doch viele seiner berühmtesten Szenen entstanden gar nicht in dem Haus am Starnberger See.
Vicco von Bülow, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Loriot, wurde durch seinen scharfen Witz und absurden Humor zu einer bekannten Persönlichkeit. In den 1950er-Jahren veröffentlichte er Bücher wie Der unentbehrliche Ratgeber für die Gesellschaft und Glücklich verführt: Zwei Experten verraten 20 erprobte Liebestricks. Sein späterer Erfolg basierte auf Fernsehsketchen und Filmen.
Zwei seiner bekanntesten Filme, Ödipussi (1988) und Pappa ante Portas (1991), spielten mit Evelyn Hamann in den Hauptrollen. Beide wurden hauptsächlich in München und Bayern gedreht, unter Nutzung privater Häuser und öffentlicher Orte. Das Axel-Springer-Hochhaus in Berlin war in Pappa ante Portas zu sehen, während der Ahlbecker Pier auf Usedom als Schauplatz für Renate Lohses Mutter Geburtstagsfeier diente.
Trotz der Verbindung des Hauses am Starnberger See zu Loriot entstanden viele seiner Werke an anderen Orten. Das berühmte Chaos in Zimmerwütend (1976) wurde in einem Filmstudio inszeniert, nicht in seinem Zuhause. Selbst die Esszimmerszene in Pappa ante Portas wich vom ursprünglichen Foto ab – Dieter Lohse fehlte in der Aufnahme.
Jauchs Erfahrung mit dem Erhalt kultureller Stätten umfasst die Unterstützung der Restaurierung des Marmorpalais in Potsdam. Der Erwerb von Loriots Haus deutet auf sein Engagement hin, ein weiteres Stück des deutschen künstlerischen Erbes zu bewahren. Die genauen Gründe für den Kauf bleiben privat, doch seine Wertschätzung für Loriots Vermächtnis ist offensichtlich.
Das Anwesen am Starnberger See gehört nun Günther Jauch, einer Medienpersönlichkeit mit einer Geschichte der Bewahrung kultureller Denkmäler. Obwohl Loriots Filme größtenteils in Bayern gedreht wurden, bleibt das Haus ein Symbol für seinen Einfluss. Seine Zukunft unter Jauchs Besitz wird voraussichtlich das anhaltende Wirken des Komikers auf die deutsche Kultur ehren.