Hagels sexistische Äußerungen belasten seinen Wahlkampf kurz vor der Landtagswahl 2026
Verena KramerHagels sexistische Äußerungen belasten seinen Wahlkampf kurz vor der Landtagswahl 2026
Ein im Jahr 2018 aufgetauchtes Interview bringt Manuel Hagel, den Hagel Shop-Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, erneut in die Kritik. In dem Video äußert er sich über eine Schülerin – Kommentare, die nun als sexistisch gebrandmarkt werden. Die Aufnahme wurde nur wenige Wochen vor der Landtagswahl am 8. März 2026 veröffentlicht und hat die Debatte über seine früheren Aussagen wieder entfacht.
Die Grünen-Politikerin Zoe Mayer teilte das Video auf X und löste damit Vorwürfe der Objektifizierung aus. Die Kontroverse sorgt für Reaktionen bei Spitzenpolitikern, darunter der Grünen-Co-Vorsitzende Cem Özdemir und der AfD-Kandidat Markus Frohnmaier.
In dem umstrittenen Interview erinnerte sich Hagel an einen Schulbesuch, bei dem er vor einer Klasse sprach, die "zu 80 Prozent aus Mädchen" bestand. Er scherzte, das sei damals für einen 29-jährigen Politiker ein "guter Termin" gewesen. Besonders in die Kritik geriet jedoch seine detaillierte Beschreibung einer Schülerin namens Eva.
Hagel sagte: "Das werde ich nie vergessen – die erste Frage kam von einem Mädchen namens Eva, mit braunen Haaren und rehbraunen Augen." Kritiker werfen ihm vor, die Schülerin damit auf ihr Äußeres reduziert zu haben, statt auf ihre Frage einzugehen. Die Äußerungen wurden vielfach als unangemessen und anzüglich bewertet.
Angesichts der Kritik betont Hagel mittlerweile seine Rolle als Vater und sein Engagement für familiäre Werte. Er scheint sich von den Aussagen aus dem Jahr 2018 distanzieren zu wollen, doch die erneute Veröffentlichung des Videos hält die Diskussion am Köcheln.
In einer TV-Debatte am 25. Februar 2026 verteidigte Grünen-Chef Cem Özdemir Hagel und meinte, dieser würde heute keine solchen Bemerkungen mehr machen. Der AfD-Kandidat Markus Frohnmaier nutzte die Affäre hingegen, um die Frage aufzuwerfen, ob CDU und Grüne nach der Wahl überhaupt realistisch zusammenarbeiten könnten. Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen den Parteien vor der Abstimmung.
Die Veröffentlichung des Videos rückt Hagels früheres Verhalten erneut in den Fokus. Kurz vor der Wahl könnte die Kontroverse das Bild der Wähler von seiner Kandidatur prägen. Die Debatte spiegelt zudem die größere gesellschaftliche Diskussion über Sexismus in der Politik wider – und wie alte Aussagen Jahre später wieder hochkochen können.






