IHK Stuttgart attackiert Oberbürgermeister Nopper wegen wirtschaftlicher Untätigkeit
Ludger RörrichtIHK kritisiert mangelnde Wirtschaftspolitik in Stuttgart - IHK Stuttgart attackiert Oberbürgermeister Nopper wegen wirtschaftlicher Untätigkeit
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Stuttgart hat Oberbürgermeister Frank Nopper scharf dafür kritisiert, dass er zentrale wirtschaftliche Herausforderungen der Stadt ignoriert. Vertreter der Wirtschaft werfen der Stadt vor, es fehle an klaren Konzepten – zudem seien Forderungen nach schnelleren Genehmigungsverfahren, einer besseren digitalen Infrastruktur und weniger Bürokratie seit Langem unberücksichtigt geblieben.
Die IHK warnt: Ohne rasches Handeln droht Stuttgart seinen Ruf als attraktiver Wirtschaftsstandort zu verlieren – trotz der Ansiedlung von Global Playern wie Porsche und Mercedes-Benz.
Schon mehrfach hat die Kammer dringende Reformen gefordert, um das wirtschaftliche Klima in der Landeshauptstadt zu verbessern. Zu den zentralen Punkten zählen beschleunigte Genehmigungen für Gewerbeimmobilien, der Ausbau von Hochgeschwindigkeitsinternet in Industriegebieten sowie der Abbau von Hürden für Unternehmensansiedlungen. Vorgeschlagen wurden zudem eine spezielle Taskforce für Genehmigungsverfahren und Investitionen in Höhe von 50 Millionen Euro für den Ausbau des Glasfasernetzes bis Mitte 2026.
Doch laut IHK hat Oberbürgermeister Nopper bis heute keine ausreichenden Schritte eingeleitet, um diese Maßnahmen umzusetzen. Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der IHK, wirft dem Stadtoberhaupt vor, sich nicht ausreichend für die wirtschaftlichen Interessen Stuttgarts einzusetzen. Die Kritik fällt in eine Phase, in der die Stadt kürzlich die Gewerbesteuer erhöht hat – ohne vorherige Abstimmung mit der lokalen Wirtschaft, was die ohnehin angespannten Beziehungen weiter belastet.
Die Kammer verweist zudem auf strukturelle Probleme wie ein überlastetes Bauamt und Ineffizienzen in der Ausländerbehörde. Da es an einer klaren Wirtschaftstrategie fehle, vernachlässige die Stadt ihre Rolle als einer der wichtigsten Industriestandorte Deutschlands, so die IHK. Die jüngsten finanziellen Schwierigkeiten – darunter ein Sparhaushalt aufgrund sinkender Steuereinnahmen – verschärfen den Druck zusätzlich.
Stuttgarts Ruf als erstklassiger Investitionsstandort steht nun auf dem Spiel, warnt die IHK. Ohne zügige Reformen und eine bessere Kommunikation mit der Wirtschaft könnte die Stadt zunehmend Schwierigkeiten haben, große Arbeitgeber zu halten oder neue anzuziehen.
Bisher bleiben die Forderungen der Kammer unerfüllt – die Wirtschaft in Stuttgart zeigt sich verärgert. Nun muss die Stadt entscheiden: Entweder sie beschleunigt die Reformen oder riskiert einen weiteren wirtschaftlichen Niedergang. Große Unternehmen und Investoren beobachten die Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit.