07 June 2026, 10:29

Industrie im Zentralen Niederrhein bricht um fast zehn Prozent ein

IHK-Analyse        Zukunft als Industriestandort

Industrie im Zentralen Niederrhein bricht um fast zehn Prozent ein

Industrieunternehmen im Zentralen Niederrhein verzeichneten im ersten Quartal 2026 einen drastischen Umsatzrückgang. Die Einbußen beliefen sich auf 9,9 Prozent – deutlich stärker als der landesweite Durchschnittsrückgang von 3,1 Prozent. Sowohl die Exportmärkte als auch der Inlandsabsatz litten in zahlreichen Branchen unter deutlichen Verlusten.

Besonders betroffen waren die exportorientierten Betriebe der Region, deren Umsätze um 11,0 Prozent einbrachen. Auch auf dem Binnenmarkt sah es düster aus: Hier sank der Umsatz insgesamt um 8,4 Prozent, im Kreis Viersen sogar um 8,5 Prozent. Allein in der Stadt Viersen schrumpften die Industrieerlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,0 Prozent.

Einige Branchen wurden besonders hart getroffen: Die chemische Industrie verzeichnete einen Umsatzrückgang von 17,0 Prozent, der Maschinenbau stürzte gar um 20,8 Prozent ab. Auch die Lebensmittel- und Getränkehersteller kämpften mit einem Minus von 11,9 Prozent. Lediglich die Metallherstellung und -verarbeitung konnte ein leichtes Plus von 1,0 Prozent verbuchen.

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Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK, betonte die dringende Notwendigkeit, die globale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu stärken. Er verwies dabei auf den Ausbau von Kompetenzen in Zukunftstechnologien wie künstlicher Intelligenz, Quantencomputing, Mikroelektronik und Robotik. Steinmetz begrüßte zudem aktuelle Regierungsinitiativen, darunter die Hochtechnologie-Agenda des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, die auf eine Stärkung der industriellen Basis abzielt.

Das erste Quartal 2026 blieb für die meisten Industriebranchen im Zentralen Niederrhein schwach. Mit Ausnahme der leichten Zunahme in der Metallverarbeitung deutet der allgemeine Trend auf anhaltende Herausforderungen hin. Ob die Bemühungen um mehr Hochtechnologie und internationale Wettbewerbsfähigkeit die Erholung beschleunigen werden, bleibt abzuwarten.

Quelle