16 February 2026, 11:13

Jacques Tillys Satire bringt Moskau vor Gericht – doch Düsseldorf feiert ihn weiter

Ein Schwarz-Weiß-Foto von einem Umzug in Berlin, Deutschland, mit Menschen auf dem Boden und auf Pferden, einer Statue, Straßenlaternen, Bäumen, Gebäuden und einem bewölkten Himmel, mit Text am unteren Rand.

Feierwütige, zieht euch warm an! An Rosenmontag regnet es nicht nur Süßes - Jacques Tillys Satire bringt Moskau vor Gericht – doch Düsseldorf feiert ihn weiter

Karnevalskünstler Jacques Tilly steht in Moskau vor Gericht – wegen satirischer Wagenbauten

Der Düsseldorfer Karnevalist Jacques Tilly muss sich in Moskau wegen seiner spöttischen Motivwagen vor Gericht verantworten. Die russischen Behörden werfen ihm vor, staatliche Institutionen verunglimpft und religiöse Gefühle verletzt zu haben. Unbeeindruckt zeigt sich Tilly dennoch: Seine neuesten Werke werden am Rosenmontag, dem 16. Februar 2026, beim Düsseldorfer Umzug zu sehen sein.

Der Rechtsstreit nahm seinen Lauf, nachdem Tilly mit seinen Wagen die russische Führung – darunter Präsident Wladimir Putin – auf die Schippe genommen hatte. Das Verfahren in Moskau läuft bereits, die nächste Verhandlung ist für den 26. Februar 2026 angesetzt. Bei einer Verurteilung drohen dem Künstler Geldstrafen oder sogar bis zu zehn Jahre Haft.

Tilly kontert mit neuen, gerichtsbezogenen Satiremotiven für den Düsseldorfer Umzug. Seine trotzig-kreative Haltung findet öffentlichen Rückhalt, etwa von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst. Die früheren, für ihren frechen und unangepassten Stil bekannten Wagen des Künstlers sind weiterhin online abrufbar.

Währenddessen sagen Wettervorhersagen für den Rosenmontag eine Mischung aus Schnee und Regen voraus. Die Feierlichkeiten finden dennoch wie geplant statt – mit Tillys aktuellen Werken und den traditionellen Umzügen. Der Künstler, dessen Schaffen seit jeher für Kontroversen sorgt, sieht sich diesmal mit einer juristischen Dimension seiner provokanten Kunst konfrontiert.

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Für manche hat der Karneval nostalgischen Wert. Eine Autorin, die in der münsterländischen Jeck-Tradition aufwuchs, gesteht, dass sie die Feiern mit der Zeit müde machten – doch hin und wieder vermisst sie das Spektakel. Ein kollegiales Liebesbekenntnis zum Karneval könnte selbst Skeptiker umstimmen, doch sie selbst wird in diesem Jahr wegen einer beruflichen Verpflichtung fernbleiben.

Das Moskauer Verfahren geht indes weiter; der nächste Verhandlungstermin steht Ende Februar an. Tillys Wagen werden dennoch durch Düsseldorf rollen – und halten so die Debatte über Meinungsfreiheit und Satire in der Öffentlichkeit präsent. Das Urteil könnte weitreichende Folgen für Künstler haben, die mit ihrer Arbeit politische Figuren herausfordern.