Junge Union fordert radikale Rentenkürzungen und Abschaffung der Rente mit 63
Ludger RörrichtJunge Union wird Anreize für vorzeitige Rentner-reduzierung und Einführung von Krankheitstagen - Junge Union fordert radikale Rentenkürzungen und Abschaffung der Rente mit 63
Die Junge Union (JU) hat weitreichende Reformen für die deutschen Renten-, Gesundheits- und Pflegesysteme vorgeschlagen. Die Pläne, die auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart am 20. und 21. Februar beraten werden sollen, sehen tiefgreifende Änderungen bei den Rentenvorschriften, dem Krankengeld sowie der Finanzierung der Pflege vor. Der Antrag mit dem Titel "Reformjahr 2026 – Mut zur Entscheidung" enthält zehn zentrale Forderungen, die auf Kostensenkungen und eine Anpassung der Leistungen abzielen.
Einer der umstrittensten Vorschläge ist die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung. Zudem will die JU die Rente mit 63 abschaffen – mit Ausnahme von Härtefällen. Um den vorzeitigen Ruhestand weiter unattraktiv zu machen, schlagen sie vor, den Abschlag für langjährige Beitragszahler von 0,3 auf 0,6 Prozent pro Monat zu verdoppeln.
Bei den Renten fordert die JU, künftige Erhöhungen an die Inflation statt an die Lohnentwicklung zu knüpfen. Zudem soll der Nachhaltigkeitsfaktor, ein Mechanismus zur Begrenzung von Rentenerhöhungen, wieder eingeführt und verdoppelt werden. Ein weiterer Vorschlag sieht ein gestaffeltes Beitragssystem vor, bei dem kinderlose Arbeitnehmer mehr zahlen müssten als Eltern.
Im Gesundheitsbereich zielt die JU darauf ab, die Kosten zu senken, indem sie den Fokus von stationären auf ambulante Behandlungen verlagern. Zudem schlägt sie vor, das Krankengeld in den ersten Tagen einer Erkrankung zu begrenzen und telefonische Krankschreibungen ohne Arztbesuch abzuschaffen. Um Fehlzeiten einzudämmen, könnte eine Karenzzeit oder eine vorübergehende Kürzung der Leistungen eingeführt werden.
In der Pflegepolitik plädiert die JU für einen kapitalgedeckten Pflegeversicherungsfonds sowie eine verpflichtende private Zusatzversicherung. Geringverdiener sollen staatliche Zuschüsse erhalten, um die Kosten zu tragen.
Die Reformvorschläge werden Ende dieses Monats von den CDU-Delegierten in Stuttgart diskutiert. Sollten sie angenommen werden, würden sie eine deutliche Wende in der Finanzierung und im Zugang zu Renten, Gesundheitsleistungen und Pflege bedeuten. Die Pläne sollen langfristige finanzielle Stabilität mit der Unterstützung Bedürftiger in Einklang bringen.