30 January 2026, 13:56

Junge Union plant radikale Rentenreform: Höhere Abgaben und späterer Eintritt ab 2026

Ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift, die besagt "Millionen von Amerikanern sparen durchschnittlich 800 USD im Jahr an Gesundheitsversicherungsprämien unter dem Inflation Reduction Act" und ein Logo.

Junge Union will Anreize zur Frühverrentung reduzieren und Krankheitstage einführen - Junge Union plant radikale Rentenreform: Höhere Abgaben und späterer Eintritt ab 2026

Die Junge Union (JU), die Jugendorganisation der CDU, plant weitreichende Reformen in den Bereichen Rente, Gesundheitsversorgung und Pflege. Die Vorschläge sollen auf dem Parteitag im Februar 2026 in Stuttgart vorgestellt werden. In ihrem Manifest "Reformjahr 2026 – Mut zur Entscheidung" skizziert die JU zehn zentrale Änderungen, die das System grundlegend umgestalten sollen.

Die JU will das Renteneintrittsalter direkt an die Lebenserwartung koppeln. Nach ihrem Vorschlag würde die heutige Option der "Rente mit 63" abgeschafft – außer in nachgewiesenen Härtefällen. Künftige Rentenerhöhungen sollen sich zudem nicht mehr am Lohnwachstum, sondern an der Inflation orientieren, sodass Anpassungen nur noch die steigenden Preise und nicht die Einkommensentwicklung widerspiegeln.

Um Frühverrentung unattraktiver zu machen, fordert die JU eine Verdopplung der Abschläge für langjährige Beitragszahler. Die monatliche Kürzung würde von 0,3 auf 0,6 Prozent steigen, was einen vorzeitigen Austritt aus dem Berufsleben deutlich teurer machen würde. Gleichzeitig schlägt die Organisation stärkere Anreize für betriebliche Altersvorsorge vor sowie eine Ausweitung staatlich geförderter Frühstarterprogramme.

Im Gesundheitsbereich plant die JU, das Krankengeld in den ersten Tagen einer Erkrankung zu begrenzen. Zudem soll die ambulante Versorgung gegenüber stationären Behandlungen gestärkt werden, um Kosten zu sparen. Für die Pflege schlägt die JU einen kapitalgedeckten Versicherungsfonds vor, kombiniert mit verpflichtenden privaten Zusatzbeiträgen und Zuschüssen für Geringverdiener.

Ein weiterer Vorschlag sieht ein gestaffeltes Rentbeitragssystem vor: Eltern würden weniger zahlen, Kinderlose hingegen höhere Abgaben leisten. Zudem will die JU den Nachhaltigkeitsfaktor wieder einführen und verdoppeln – ein Mechanismus, der die Rentenhöhe an demografische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen anpasst.

Die Reformpläne werden auf dem CDU-Parteitag im Februar 2026 in Stuttgart diskutiert. Falls sie angenommen werden, wären sie ein radikaler Einschnitt in die Finanzierung und den Zugang zu Rente, Gesundheitsversorgung und Pflege. Die JU zielt mit ihren Vorschlägen darauf ab, die steigenden Kosten und den demografischen Wandel durch strengere Regeln und finanzielle Anpassungen zu bewältigen.