07 January 2026, 21:03

„Katzen!“ im MARKK: Wie Samtpfoten Kultur und Gesellschaft prägen

Eine Blogseite mit Text und einer Katze auf einem Stück Stoff.

„Katzen!“ im MARKK: Wie Samtpfoten Kultur und Gesellschaft prägen

Eine neue Ausstellung in Hamburg rückt Katzen ins Rampenlicht."Katzen!" im MARKK untersucht, wie Menschen seit Jahrhunderten mit diesen Tieren zusammenleben – und geht weit über bloße Neugier hinaus. Anhand von fünf zentralen Konzepten – "niedlich", "verehrt", "nützlich", "mächtig" und "unabhängig" – lotet die Schau tiefere kulturelle und gesellschaftliche Bedeutungen aus.

Die Ausstellung wirft einen frischen Blick auf die Geschichte der Samtpfoten: von antiker Verehrung bis zum modernen Internetphänomen. Besucher können Objekte erkunden, interaktive Displays berühren und sogar Fotos betrachten, die Katzenbesitzer eingereicht haben. Besonders stark vertreten sind japanische Ausdrucksformen und Kunstwerke, vor allem unter dem Stichwort Kawaii – der Kultur der Niedlichkeit.

Ein Bereich hinterfragt veraltete Klischees, etwa das des "kinderlosen Katzenfräuleins". Die Schau verfolgt dieses Vorurteil bis zu misogynen Haltungen zurück und fragt, warum es bis heute fortbesteht. Ein anderer Teil zeigt Katzen als Symbole der Macht – von der chinesischen Qing-Dynastie bis zu jüngsten politischen Protesten in Lateinamerika. Der Begleitkatalog argumentiert, dass das Zusammenleben mit Katzen eine ethische Probe darstellt: Anders als Nutztiere erfüllen sie keinen rein praktischen Zweck, und doch heißen Menschen sie willkommen. Barbara Plankensteiner, Direktorin des MARKK, verwies darauf, wie Katzen die sozialen Medien dominieren – ein Impuls für die vertiefte Auseinandersetzung mit ihrer Rolle in der Gesellschaft.

Rund um die Eröffnung veröffentlichte die Stiftung für Zukunftsfragen einen Podcast mit dem Titel: "Wie Haustiere unsere Gesellschaft prägen". Die zeitliche Nähe deutet auf ein wachsendes Interesse hin, wie Tiere die menschliche Kultur beeinflussen.

Die Ausstellung läuft bis Anfang nächsten Jahres und verbindet Geschichte, Kunst und interaktive Erlebnisse. Sie lädt die Besucher ein, neu zu überdenken, wie Katzen menschliche Werte spiegeln – von Zuneigung bis zu Autorität. Die Themen reichen dabei bis in größere Debatten über Ethik, Geschlechterrollen und die Verbindungen zwischen den Arten.