Kirchen werden zu bezahlbaren Wohnungen – diese Projekte überzeugen die Jury
Verena KramerKirchen werden zu bezahlbaren Wohnungen – diese Projekte überzeugen die Jury
Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen (MLW) vergibt Preis für "Kirche und bezahlbare Wohnung"
Das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen (MLW) hat den Wettbewerb "Kirche und bezahlbare Wohnung" ins Leben gerufen, um innovative Wohnlösungen zu würdigen, die von kirchlichen Trägern vorangetrieben werden. Teilnehmen konnten Kirchengemeinden, Planungsbüros und Initiativen mit kirchlicher Unterstützung. Ziel des Wettbewerbs ist es, der steigenden Wohnkosten durch die Nutzung bisher ungenutzter Kirchenimmobilien entgegenzuwirken.
Die Bewerbungsfrist endete am 12. Oktober; insgesamt gingen 33 Projektvorschläge ein.
Der Preis wurde im August 2025 ausgeschrieben und suchte nach Konzepten, die kircheneigene Grundstücke oder Gebäude in bezahlbare Wohnungen umwandeln. Die Veranstalter betonten die Notwendigkeit kreativer Lösungen, da Schätzungen zufolge in Baden-Württemberg in den nächsten zehn Jahren rund 5.000 Kirchenimmobilien frei werden könnten.
Eine unabhängige Jury aus zehn Fachleuten bewertete die eingereichten Projekte. Zu den Kriterien zählten Bezahlbarkeit, kirchliches Engagement, Nachhaltigkeit, sozialer Nutzen sowie die Übertragbarkeit des Modells auf andere Standorte.
Aus den 33 Einreichungen wurden zehn Siegerprojekte ausgewählt. Jedes erhielt ein Preisgeld von 5.000 Euro als Anerkennung für den vorbildlichen Ansatz und das Potenzial, ähnliche Vorhaben in der Region zu inspirieren.
Die prämierten Projekte sollen als praktische Vorbilder für andere Gemeinden dienen, die nach Lösungen für den Wohnungsmangel suchen. Angesichts der Tausenden Kirchenimmobilien, die in den kommenden Jahren verfügbar werden, will der Wettbewerb die Zusammenarbeit zwischen Kirchen, Kommunen und Planern fördern. Die Initiative zeigt, wie bestehende Ressourcen langfristig für bezahlbare Wohnungen genutzt werden können.
Zwei herausragende Projekte unter den 10 Gewinnern zeigen, wie Kirchen Wohnraumknappheit angehen
Die 10 Siegerprojekte des Wettbewerbs umfassen innovative Ansätze zur Umnutzung kirchlicher Assets. Besonders hervorzuheben sind:
- „HEREIN – Kirchliche Wohnraumoffensive Oberschwaben“, das leerstehende Wohnungen durch ein Übergangsvermietungsmodell mit sozialer Unterstützung aktiviert.
- „Vom Pfarrhaus zur integrativen WG“ (Esslingen-Berkheim), das ein ehemaliges Pfarrhaus in erschwinglichen Wohnraum für Auszubildende umwandelt und Unterkunft mit Mentoring verbindet. Diese Beispiele zeigen die verschiedenen Strategien, die Kirchen nutzen, um regionale Wohnbedürfnisse anzugehen.