05 February 2026, 05:23

Kretschmanns Angriff auf die Verbeamtung von Lehrern löst Empörung aus

Ein Bild mit dem Titel "Der Lehrerunterricht" von William Hogarth, das einen Mann vor einer Klasse mit Kindern zeigt, einige sitzen auf Bänken und andere stehen, mit einer Tafel, einem Foto, einem Fenster, einem Vorhang und einem Dach auf der rechten Seite.

CDU kritisiert Kretschmann wegen "Lehrerbashing" - Kretschmanns Angriff auf die Verbeamtung von Lehrern löst Empörung aus

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat mit der Aussage, die Verbeamtung von Lehrkräften sei überflüssig, für Aufsehen gesorgt. Seine Äußerungen zogen scharfe Kritik von Gewerkschaften und politischen Gegnern nach sich, die betonen, dass der Beamtenstatus Pädagogen schütze, die wichtige öffentliche Aufgaben erfüllen. Die Debatte entzündet sich vor dem Hintergrund, dass das Land etwa 12.000 Lehrer auf Basis regulärer Arbeitsverträge beschäftigt, während die große Mehrheit über feste Beamtenstellen verfügt.

Kretschmann, Mitglied der Grünen, erklärte, er sehe keine Notwendigkeit, Lehrkräfte zu verbeamteten. Später räumte er ein, die Diskussion über eine Abschaffung des Systems sei "nicht zielführend", da kein anderes Bundesland bereit sei, einen ähnlichen Schritt zu gehen. Baden-Württemberg bleibt damit einzigartig in seiner Praxis, Lehrkräfte zu verbeamteten – vergleichbare Regelungen gibt es in anderen Regionen nicht.

Gewerkschaften, die Lehrer und Beamte vertreten, verurteilten die Aussagen umgehend. Sie argumentieren, dass die Verbeamtung Stabilität für Pädagogen garantiere, die hoheitliche Aufgaben in staatlichen Schulen wahrnehmen. Auch politische Gegner meldeten sich zu Wort: CDU-Generalsekretär Tobias Vogt warf den Grünen "Lehrer-Bashing" vor und bekräftigte, seine Partei stehe fest hinter den Lehrkräften.

Von den rund 120.000 Lehrern in Baden-Württemberg arbeiten etwa 10 Prozent auf Basis normaler Arbeitsverträge, der Rest genießt den Beamtenstatus mit dessen Jobgarantien und Zusatzleistungen. Kritiker von Kretschmanns Haltung betonen, dass dieses System die öffentliche Dienstleistung der Lehrkräfte im staatlichen Bildungswesen anerkennt.

Der Streit verdeutlicht die tiefen Gräben in der Debatte um die Verbeamtung von Lehrern in Baden-Württemberg. Da kein anderes Bundesland ähnliche Reformen in Erwägung zieht, bleibt das bestehende System vorerst unverändert. Die Mehrheit der Lehrkräfte im Land behält damit ihren Beamtenstatus – und damit den rechtlichen Schutz ihrer Rolle als öffentliche Bedienstete.