Landwirte und Winzer fordern vor der Landtagswahl 2026 mehr politische Unterstützung
Hans-Jürgen PeukertLandwirte und Winzer fordern vor der Landtagswahl 2026 mehr politische Unterstützung
Landwirtschafts- und Weinbauverbände in Baden-Württemberg haben vor der Landtagswahl 2026 ihre zentralen Forderungen vorgestellt. Die Verbände drängen auf stärkere politische Unterstützung, um die Zukunft von Landwirtschaft, Weinbau und regionalen Lebensmittelketten zu sichern. Ihre Vorschläge zielen auf Bürokratieabbau, bessere Förderung und faire Wettbewerbsbedingungen innerhalb des EU-Binnenmarkts ab.
Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) mit Sitz in Freiburg im Breisgau treibt die Forderungen voran. Als wichtigste Agrarlobby der Region vertritt er Bauern und Winzer in Gesprächen mit Landes- und Bundespolitikern. Auf dem anstehenden Agrartag am 31. Januar 2026 in Donaueschingen werden diese Themen voraussichtlich weiter vertieft.
Im Mittelpunkt steht der Bedarf an verlässlichen politischen Rahmenbedingungen. Die Verbände argumentieren, dass langfristige Planung ohne stabile Regelungen, Modernisierungshilfen und wirtschaftliche Sicherheit unmöglich sei. Sie betonen zudem die übergeordnete Rolle des Sektors für Ernährungssicherheit, Klimaschutz, erneuerbare Energien und den Erhalt der Kulturlandschaften.
Bürokratie bleibt ein zentrales Hindernis. Die Verbände fordern weniger Kontrollen, vereinfachte Dokumentationspflichten und den Abbau überflüssiger Verwaltungsstrukturen. Vorschläge umfassen praktikable Vorschriften, höhere Bagatellgrenzen und wissenschaftsbasierte Zulassungen für Pflanzenschutzmittel. Steuerliche Instrumente wie Risikoausgleichsrücklagen und flexiblere Regeln für Saisonarbeitskräfte stehen ebenfalls auf der Agenda.
Für Winzer stehen bessere Vermarktungschancen und Anreize für Biodiversität im Fokus. Die Branche fordert staatlich geförderte Programme zur Stärkung der regionalen Produktion sowie zusätzliche Mittel. Ein weiteres Anliegen ist fairer Handel – hier werden einheitliche EU-Produktionsstandards und strengere Importkontrollen für Waren aus Drittländern angemahnt.
Die Vorschläge sollen die Landwirtschaft und den Weinbau in Baden-Württemberg widerstandsfähiger machen. Bei Umsetzung könnten sie bürokratische Hürden verringern, regionale Wirtschaftskreisläufe stärken und für fairere Wettbewerbsbedingungen sorgen. Die nächste Landtagswahl wird zeigen, ob die Forderungen politisch Gehör finden.