LillianCare kämpft mit neuem Kapital gegen den Ärztemangel in Deutschland
Gabor HethurLillianCare kämpft mit neuem Kapital gegen den Ärztemangel in Deutschland
Deutsches Gesundheits-Start-up LillianCare sichert sich neues Kapital zur Bekämpfung des wachsenden Ärztemangels
Das Berliner Unternehmen LillianCare hat eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen, um die zunehmende Knappheit an Hausärzten in Deutschland zu lindern. Das Start-up verbindet digitale Dienstleistungen mit vor-Ort-Teams und schafft so hybride Hausarztpraxen. Mit den neuen Mitteln soll dieses Modell nun in weiteren Regionen ausgebaut werden.
Bisher hat LillianCare bereits fünf dieser hybriden Praxen in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen eröffnet. Die Einrichtungen kombinieren persönliche Betreuung durch interdisziplinäre Teams mit Telemedizin und digitalen Tools. Ziel ist es, die hausärztliche Versorgung besonders in unterversorgten Gebieten zugänglicher zu machen.
Die Finanzierungsrunde wurde von amberra, dem Beteiligungsarm der Genossenschaftlichen FinanzGruppe, angeführt. Daneben beteiligten sich die Impact-Investoren BONVENTURE aus Deutschland und Creas aus Spanien. Bestehende Unterstützer wie Nina Capital, Calm/Storm Ventures und Ship2B stockten ihre Investitionen auf.
Deutschland steht vor einem massiven Ärztemangel: Prognosen zufolge werden bis 2035 rund 11.000 Hausärzte fehlen – besonders betroffen sind ländliche Regionen. LillianCare will dieser Entwicklung mit einem skalierbaren Modell begegnen, das durch Lizenzpartnerschaften mit niedergelassenen Ärzten verbreitet wird. Bis 2030 strebt das Unternehmen die Gründung von 400 neuen Praxen nach seinem Hybridansatz an.
Das Problem beschränkt sich nicht auf Deutschland: EU-weit sind bereits heute über ein Drittel der Ärzte und ein Viertel des Pflegepersonals älter als 55 Jahre. Viele von ihnen werden in den kommenden Jahren in Rente gehen – was die Gesundheitssysteme zusätzlich belasten wird.
Die Expansion von LillianCare kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die deutsche Gesundheitsversorgung. Die neuen Mittel sollen den Ausbau des hybriden Praxismodells beschleunigen, das digitale Effizienz mit traditioneller Patientenversorgung verbindet. Gelingt dies, könnte der Ansatz vor allem in ländlichen Gebieten mit dem größten Ärztemangel für Entlastung sorgen.