Linksextreme zerstören Heidelberger Schwangerschaftsberatung – 25.000 Euro Schaden
Verena KramerLinksextreme zerstören Heidelberger Schwangerschaftsberatung – 25.000 Euro Schaden
Schwangerschaftsberatungsstelle in Heidelberg von mutmaßlichen Linksextremisten verwüstet
Eine Schwangerschaftsberatungsstelle in Heidelberg ist in den frühen Morgenstunden des 6. März Ziel eines mutmaßlich von linksextremen Tätern verübten Angriffs geworden. Die Schäden wurden erst am folgenden Morgen entdeckt und gemeldet. Die Mitarbeiterinnen der von Pro Femina betriebenen Einrichtung, die Frauen in ungewollten oder Konfliktschwangerschaften unterstützt, stehen nun vor kostspieligen Reparaturen und wachsenden Sorgen um ihre Sicherheit.
Der Vorfall ereignete sich gegen 0:30 Uhr: Die Fassade des Gebäudes sowie der Briefkasten wurden beschädigt. Unbekannte sprühten den Slogan "Nieder mit dem Patriarchat" an die Außenwand, während in nahegelegenen Briefkästen ein Bekennerschreiben hinterlegt wurde. In dem anonymen Schreiben hieß es, die "Selbstbestimmung über den eigenen Körper" dürfe nicht durch "religiöse, manipulative Gruppen" eingeschränkt werden.
Die Geschäftsführerin des Trägervereins bezifferte den Schaden auf über 25.000 Euro. Der Vorfall reiht sich in eine Serie wiederholter Anschläge seit 2019 ein, durch die sich die Gesamtverluste mittlerweile auf mehr als 100.000 Euro summieren. Trotz mehrfacher Ermittlungen konnten bisher keine Tatverdächtigen ermittelt werden.
Die überwiegend weiblichen Mitarbeiterinnen – 90 Prozent des Teams sind Frauen – fühlen sich durch die Angriffe zunehmend stigmatisiert. Die Beratungsstelle, die betroffenen Schwangeren wertfreie Hilfe anbietet, hat nun einen Spendenaufruf gestartet, um die Reparaturkosten zu decken. Die Polizei bestätigte, dass es bisher keine Festnahmen gab und kein klares politisches Motiv vorliegt, auch wenn eine linksextremistische Tat als mögliche Spur verfolgt wird.
Trotz der Schäden arbeitet die Heidelberger Einrichtung weiter – doch die finanzielle und emotionale Belastung wächst. Ohne konkrete Ermittlungsergebnisse ist die Einrichtung nun auf öffentliche Unterstützung angewiesen. Die Behörden sehen derzeit keine Verbindung zu ähnlichen Vorfällen in anderen deutschen Städten.