12 January 2026, 00:50

Mainzer Karnevalstradition feiert 2027 ein Comeback mit neuem Engagement

Ein Plakat, das ein Karnevalsfest in Paris, Frankreich, ankündigt, mit einer Gruppe von Menschen in bunten Kostümen und Hüten, wobei eine Person ein Musikinstrument hält, und wahrscheinlich den Karneval ankündigendem Text.

Mainzer Karnevalstradition feiert 2027 ein Comeback mit neuem Engagement

Die „Allerscheenste“, eine traditionsreiche Mainzer Karnevalsgesellschaft, kehrt 2027 nach einer zweijährigen Pause zurück. Die Gruppe hatte ihre Sitzungen 2025 aufgrund sinkender Mitgliederzahlen und personeller Wechsel im Vorstand ausgesetzt. Nun sollen unter dem neuen Vorsitzenden Holger Bartz die alten Bräuche mit frischem Elan und neuen Veranstaltungen wiederbelebt werden.

Gegründet 1986 von einer eng verbundenen Gruppe Mainzer Originale, machte die „Allerscheenste“ schnell mit frechen, humorvollen Reden und scharfsinnigen Kommentaren zum lokalen Geschehen von sich reden. Ihre Treffen im Wirtshaus in der Augustinerstraße boten ungeschminkte Spottreden und lebhafte Debatten – stets unter dem wachsamen Blick ihres Clown-Symbols. Jahrzehntelang florierte der Verein und stiftete 1996 sogar den „Aller-Allerscheenste“-Preis, um verdiente Persönlichkeiten der Mainzer Fastnacht zu ehren.

Karin Junker, liebevoll „Mutter Oberin“ (Oberin Mutter) genannt, führte die Truppe 14 Jahre lang und prägte mit ihrem Engagement das Gemeinschaftsgefühl. Doch nach ihrem Abschied geriet die Gesellschaft ins Stocken. 2026 fanden keine Sitzungen mehr statt – der Mangel an neuen, bühnenreifen Mitgliedern machte Veranstaltungen unmöglich. Die Mitgliederzahlen schrumpften, die Zukunft schien ungewiss. Nun hat Holger Bartz den Vorsitz übernommen und ein klares Ziel: die „Allerscheenste“ wiederzubeleben. Ab 2027 soll es neue Sitzungen geben, mit Fokus auf die Gewinnung aktiver Teilnehmer. Interessierte müssen regelmäßig an den alle drei Wochen stattfindenden Treffen im Augustinerkeller in der Mainzer Altstadt teilnehmen. Die Mitgliedsbeiträge bleiben mit nur 1,11 Euro pro Monat bewusst niedrig, um die Tradition für alle zugänglich zu halten.

Die Rückkehr der „Allerscheenste“ 2027 markiert einen Neuanfang für eine der eigenwilligsten Karnevalsgesellschaften Mainzer. Mit neuer Führung und einem Schub für mehr Engagement will die Gruppe ihren Ruf für Witz und Gemeinschaftsgeist zurückgewinnen. Die ersten Sitzungen unter Bartz werden zeigen, ob es gelingt, die alte Energie und Ausstrahlungskraft wiederherzustellen.