02 March 2026, 23:18

Mainzer Stadtrat erhält ersten Dummer-August-Preis für politischen Mut

Ein altes Buch mit einem Clown in einem bunten Kostüm und einem verschmitzten Gesichtsausdruck auf dem Cover, betitelt mit 'Carnaval Pau 1904'.

Mainzer Stadtrat erhält ersten Dummer-August-Preis für politischen Mut

Ein linker Stadtrat aus Mainz ist für seinen mutigen und unkonventionellen politischen Stil ausgezeichnet worden. Martin Malcherek erhielt als Erster den Dummer-August-Preis, eine Auszeichnung, die den Geist des Karnevalsnarren ehrt. Die Verleihung fand im Augustinerkeller statt, wo der Preisträger für seine Originalität, seinen Humor und seine Weigerung, sich anzupassen, gefeiert wurde.

Der Verein Rettet das Römische unsere Website stiftete den Preis, um Persönlichkeiten zu würdigen, die den Dummer August verkörpern – eine tollpatschige Clownfigur, bekannt für spektakuläres Scheitern und beißende Satire. Diese Tradition reicht bis ins antike Rom zurück, wo Narren wie der Centunculus (ein in Flicken gekleideter Hanswurst) und der Stupidus (ein einfältiger Tropf) das Publikum mit Slapstick und gesellschaftlicher Spöttelei unterhielten. Der moderne Dummer August bewahrt diesen Geist, verleiht ihm aber rheinischen Charme: übertriebene Kostüme, politische Sticheleien und die Bereitschaft, unangenehme Fragen zu stellen.

Dirk Loomans, Präsident des Karneval Club Kastel (KCK), überreichte die Auszeichnung als Bajazzo verkleidet – der würdevoll gekleidete weiße Clown. Er beschrieb den Dummer August als unverzichtbaren Teil des Karnevals, als jemanden, der Verletzlichkeit annimmt und Normen herausfordert – selbst wenn andere lieber schweigen. Loomans betonte, dass Clowns seit jeher Wahrheiten aussprächen und mit Humor unangenehme Realitäten entlarvten.

Malcherek, bekannt für sein aufmüpfiges Auftreten, nahm den Preis mit einer Vision endloser Feierlichkeiten entgegen. Er rief nach einem Land, in dem bunte Fahnen für immer wehen und fantastische Kostüme die Straßen füllen – ein ewiger Rosenmontag. Seine Rede spiegelte die Philosophie der Auszeichnung wider: Mut, Kreativität und die Weigerung, sich einzufügen.

Der Mainzer Karneval kennt viele Narrentypen – von schlauen Spaßmachern bis zu scharfsinnigen Satirikern. Doch der Dummer August sticht als naiver Störenfried hervor, über den gelacht wird, der aber für seine Dreistigkeit Respekt genießt. Im antiken Rom gab es mindestens vier Clown-Typen, darunter die Deliciae (die andere parodierten) und den Stupidus. Der heutige Dummer August verbindet diese Traditionen mit moderner politischer Satire und beweist, dass selbst im Scheitern Kraft liegt, wenn es zum Nachdenken anregt.

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Die Auszeichnung unterstreicht die bleibende Bedeutung von Narren in der Karnevalskultur. Malchereks Würdigung verknüpft antike Clowntraditionen mit zeitgenössischer Politik und zeigt, wie Humor herausfordern und provozieren kann. Der Dummer-August-Preis wird künftig jährlich daran erinnern, wie wertvoll es ist, unbequeme Fragen zu stellen – selbst auf die Gefahr hin, sich lächerlich zu machen.