04 February 2026, 17:35

Mannheims prägende Stimme verstummt: Konrad Schlichter stirbt mit 83 Jahren

Ein altes, detailliertes Stadtplan von Mannheim, Deutschland, mit Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten in Blau-, Grün- und Gelbtönen markiert.

Mannheims prägende Stimme verstummt: Konrad Schlichter stirbt mit 83 Jahren

Konrad Schlichter, langjähriger Stadtrat und prägende Persönlichkeit Mannheims, ist im Alter von 83 Jahren verstorben. Bekannt für sein jahrzehntelanges politisches und soziales Engagement, hinterlässt er in der Stadt bleibende Spuren – durch seine Arbeit in der Kommunalpolitik, kulturelle Initiativen und sein Eintreten für benachteiligte Gruppen.

Fast 50 Jahre lang wirkte Schlichter im Mannheimer Stadtrat sowie in Bezirksbeiräten. Als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion setzte er sich besonders für Sozialpolitik, Verkehr und Wohnungsbau ein. Sein Einfluss reichte jedoch weit über die formale Politik hinaus: Er engagierte sich in Organisationen wie dem Kulturverein Waldhof und der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) der CDU.

Sein Einsatz für Gemeinschaftsprojekte umfasste die Mitgründung des Ulme 35, eines kulturellen und sozialen Begegnungsorts, der weit über das Stadtviertel hinaus Bekanntheit erlangte. Zudem organisierte er Trauerfeiern für Menschen, die sonst ohne würdigen Abschied geblieben wären, und setzte sich so für die Würde der Vergessenen ein. Für dieses Wirken wurde er mit der Goldenen Ratsmedaille der Stadt Mannheim sowie der Lorenz-Werthmann-Medaille des Deutschen Caritasverbandes ausgezeichnet.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat widmete sich Schlichter den Rechten älterer Menschen. Gemeinsam mit Marianne Bade leitete er den Seniorenbeirat und brachte den Deutschen Seniorentag nach Mannheim. Schon früher hatte er sich in der Jugendarbeit engagiert – etwa als stellvertretender Dekanatsjugendleiter beim BDKJ und im Mannheimer Jugendgemeinderat.

Oberbürgermeister Christian Specht bezeichnete Schlichter als Visionär und vertrauten Berater. Seine Fähigkeit, zuzuhören und Brücken zu bauen, machte ihn zu einer Schlüsselfigur bei der Gestaltung des sozialen und politischen Lebens in Mannheim.

Schlichters Tod hinterlässt ein Erbe des Dienstes an den Menschen über Generationen hinweg. Seine Arbeit in der Kommunalpolitik, in kulturellen Projekten und für benachteiligte Gruppen hat Mannheim nachhaltig geprägt. Die Stadt wird ihn als engagierten Volksvertreter und einfühlsamen Gemeinschaftsführer in Erinnerung behalten.