Markus W. erhält nach jahrelangem Leid Solidarität – doch Ofarims Schulden bleiben offen
Ludger RörrichtHotelangestellter Markus W. bekommt Spenden für seine Leiden - Markus W. erhält nach jahrelangem Leid Solidarität – doch Ofarims Schulden bleiben offen
Ein Hotelmitarbeiter, der 2021 fälschlich des Antisemitismus beschuldigt worden war, erhält nach einem langen Rechtsstreit breite Unterstützung. Markus W. hatte damals massive Anfeindungen erlebt, darunter Todesdrohungen und die Notwendigkeit von Polizeischutz. Seine Situation änderte sich schlagartig, nachdem er Ende 2023 einen Prozesses wegen übler Nachrede gegen den Musiker Gil Ofarim gewann.
Nun, nach Ofarims jüngstem Sieg bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!, haben Content-Creator eine Spendenaktion für Markus W. ins Leben gerufen, der einen Teil des Geldes an gemeinnützige Organisationen spenden möchte.
Der Streit begann im Oktober 2021, als Gil Ofarim Markus W. vorwarf, ihm in einem Leipziger Hotel wegen seiner Davidstern-Kette die Bedienung verweigert zu haben. Die Anschuldigung verbreitete sich rasant in den sozialen Medien und löste eine Welle der Empörung sowie Drohungen gegen den Mitarbeiter aus. Markus W. konnte später seine Unschuld beweisen, woraufhin er eine Klage wegen Verleumdung einreichte. Im November 2023 gab ihm ein Gericht recht und verurteilte Ofarim zur Zahlung von 20.000 Euro Schadensersatz.
Trotz des juristischen Erfolgs hat Ofarim die vereinbarte Summe bisher nicht beglichen. Unterdessen verdiente er Anfang 2024 durch seine Teilnahme an der deutschen Version von Ich bin ein Star rund 400.000 Euro, darunter 100.000 Euro als Siegprämie. Diese Entwicklung veranlasste den Social-Media-Influencer Sanijel Jakimovski dazu, eine Spendenkampagne für Markus W. zu starten.
Die Aktion stieß schnell auf große Resonanz, und zahlreiche Content-Creator beteiligten sich. Markus W. kündigte an, die Gelder zwischen zwei Organisationen aufteilen zu wollen: HateAid, die Opfer digitaler Hetze unterstützt, und Minilöwen, eine Kinderinitiative. Ein Teil soll auch seiner Familie zugutekommen. Jakimovski sicherte zu, die Spendenübergabe nach Abschluss der Kampagne transparent zu dokumentieren.
Die Spendeninitiative zeigt, welche langfristigen Folgen falsche Anschuldigungen für Betroffene wie Markus W. haben können. Während die Zahlung durch Ofarim weiterhin aussteht, hat die öffentliche Solidarität ihm nicht nur finanzielle Entlastung, sondern auch einen Teil seiner Reputation zurückgegeben. Die Mittel kommen nun sowohl gemeinnützigen Zwecken als auch seiner persönlichen Wiederherstellung zugute.






