Mordprozess in Stuttgart: Mann soll Frau im Sindelfinger Wald getötet haben
Verena KramerLeiche im Krötengang: Mann wegen Mord an Frau vor Gericht - Mordprozess in Stuttgart: Mann soll Frau im Sindelfinger Wald getötet haben
Ein 46-jähriger Mann muss sich seit dem 9. Februar 2026 vor dem Landgericht Stuttgart wegen des Mordes an einer 38-jährigen Frau im Sindelfinger Wald verantworten. Der Prozess begann mehr als zehn Monate, nachdem die Leiche der Frau in einem Amphibientunnel unter einer Straße versteckt aufgefunden worden war.
Das Opfer und der Angeklagte kannten sich seit dem Herbst 2024. Anfang 2025 hatte sich ihr Verhältnis jedoch zunehmend verschlechtert, geprägt von wiederholten Streitigkeiten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, die Frau Ende Februar 2025 überfallen zu haben, als sie mit ihrem E-Scooter von einer örtlichen Kneipe nach Hause fuhr. Sie starb durch massive Gewalteinwirkung im Halsbereich.
Monatelang blieb die Leiche unentdeckt. Erst im Mai 2025 stieß ein Forstmitarbeiter zufällig auf die sterblichen Überreste im Amphibientunnel. Die Polizei nahm den Verdächtigen vier Wochen später nach forensischen Ermittlungen fest.
Der Prozess ist auf neun Verhandlungstage angesetzt; mit einem Urteil wird Mitte März 2026 gerechnet. Bisher gab es keine bekannten Fälle von Leichenfunden in ähnlichen Tunneln in der Nähe von Sindelfingen oder Konstanz, weshalb der Vorfall zum Zeitpunkt des Geschehens kaum öffentliche Aufmerksamkeit erregte.
Das Gericht wird Beweise prüfen, die den Angeklagten mit der Tat in Verbindung bringen, darunter der mutmaßliche Überfall und die subsequenten Versuche, die Leiche zu verstecken. Bei einer Verurteilung droht dem Mann eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes an der 38-Jährigen.