Nach 400 Jahren schließt Angermündes Alte Apotheke für immer
Historische Apotheke in Angermünde schließt nach über 400 Jahren
Die Alte Apotheke in Angermünde hat nach mehr als vier Jahrhunderten ihre Türen für immer geschlossen. Grund für die Schließung ist ein Mangel an Fachpersonal – damit bleiben in der Stadt nur noch zwei Apotheken übrig. Christian Toll, der Inhaber, der auch die Hirsch-Apotheke betreibt, bestätigte die Entscheidung, nachdem er vergeblich nach einer neuen Filialleitung gesucht hatte.
Die Alte Apotheke versorgte die Bevölkerung seit den 1600er-Jahren mit Arzneimitteln. 2014 übernahm Christian Toll den traditionsreichen Betrieb und führte ihn als Zweigstelle seiner Hauptapotheke, der Hirsch-Apotheke. Doch als die Filialleiterin kündigte, stand die Apotheke plötzlich ohne Führung da.
Alle Versuche, einen Nachfolger zu finden, blieben erfolglos. Da sich kein geeigneter Kandidat fand, sah sich Toll gezwungen, die Filiale zu schließen. Der Mietvertrag für das Gebäude läuft nun aus, und bereits haben sich Unternehmen aus anderen Branchen für die Räumlichkeiten interessiert.
In ganz Brandenburg hat sich die Zahl der Apotheken-Schließungen 2025 im Vergleich zu den Vorjahren verlangsamt. Nur zehn Apotheken stellten den Betrieb ein, während vier neue eröffneten. Damit sind in der Region noch 523 Apotheken aktiv. Toll, der in diesem Jahr 62 wird, plant zwar nicht, sofort in Rente zu gehen, möchte aber vor seinem 65. Geburtstag schrittweise kürzertreten.
In seiner Hauptapotheke, der Hirsch-Apotheke, arbeiten weiterhin zwölf Mitarbeiter. Vier von ihnen waren zuvor in der Alten Apotheke beschäftigt und wurden nun in den Hauptstandort versetzt.
Mit der Schließung der Alten Apotheke reduziert sich die Zahl der Apotheken in Angermünde auf zwei. Das historische Gebäude könnte bald einem ganz anderen Gewerbe Platz bieten. Unterdessen führt Toll seine verbleibende Apotheke weiter – und behält dabei auch seinen künftigen Ruhestand im Blick.






