Neue Altersvorsorge-Reform: Riester-Rente wird 2027 durch staatliche Anlagekonten ersetzt
Neue Altersvorsorge-Reform: Riester-Rente wird 2027 durch staatliche Anlagekonten ersetzt
Die deutsche Bundesregierung hat eine umstrittene Reform der privaten Altersvorsorge verabschiedet, die 2027 in Kraft treten soll. Das neue System ersetzt die ungeliebte Riester-Rente durch ein staatlich gefördertes Anlagekonto, das an die Kapitalmärkte gekoppelt ist. Kritiker werfen der Reform jedoch vor, sie wiederhole frühere Fehler und begünstige die Finanzbranche auf Kosten gewöhnlicher Sparer.
Die von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vorangetriebene Reform führt ein Altersvorsorge-Investmentkonto ein, das durch Aktien- und Anleihemärkte höhere Renditen erzielen soll. Der Staat wird dabei Zuschüsse von bis zu 43 Prozent auf die Einzahlungen gewähren und die Gebühren auf 1,5 Prozent deckeln – eine Verbesserung gegenüber den Riester-Verträgen, deren Kosten oft über 2 Prozent lagen und deren Nettorenditen häufig unter 2 Prozent blieben. Verbraucherschützer warnen jedoch, dass viele Bürger aufgrund geringer Finanzkompetenz Schwierigkeiten haben könnten, sich im neuen System zurechtzufinden.
Niels Nauhauser, Leiter der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, übt scharfe Kritik an der Reform. Er behauptet, sie diene vor allem der Finanzlobby und nicht den Bürgern, und bezeichnet sie als verpasste Chance für ein staatlich organisiertes Modell nach schwedischem Vorbild. Das schwedische System, ein fiktives Kapitaldeckungsverfahren (NDC-Modell) mit Pflichtbeteiligung, hat über Jahrzehnte reale Renditen von 4 bis 6 Prozent erzielt, deckt über 99 Prozent der Bevölkerung ab und verursacht dabei nur minimale Verwaltungskosten. Nauhauser prognostiziert, dass die Gesellschaft in zehn Jahren erkennen werde, dass private Altersvorsorge die meisten Menschen weiterhin im Stich lässt.
Das neue Modell zielt darauf ab, durch höhere Anreize für Gering- und Mittelverdiener die Beteiligung zu erhöhen. Skeptiker befürchten jedoch, dass es die Schwächen der Riester-Rente wiederholt – geringe Inanspruchnahme (nur 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung) und ungleiche Vorteile, die vor allem Besserverdienern zugutekommen. Die Abhängigkeit von privat vertriebenen Finanzprodukten hat zudem Bedenken hinsichtlich verdeckter Kosten und Komplexität geschürt.
Die Rentenreform wird im Januar 2027 starten und staatlich geförderte Anlagekonten als Alternative zur Riester-Rente anbieten. Zwar adressieren die Zuschüsse und Gebührenobergrenzen einige frühere Probleme, doch Kritiker bestehen darauf, dass ein staatlich verwalteter Fonds – wie in Schweden – Sparer besser schützen würde. Der langfristige Erfolg der Reform hängt davon ab, ob es gelingt, die geringe Beteiligung und die hohen Kosten zu überwinden, die frühere Modelle der privaten Altersvorsorge belasteten.
Grüne halten knapp die Macht in Baden-Württemberg – trotz CDU-Aufholjagd
Ein spätes Comeback sichert den Grünen die Regierung – doch die CDU bleibt dichtauf. Warum junge Wähler und Klimapolitik den Ausschlag gaben. Jetzt steht die Koalition vor harten DGB-Forderungen.
Deutsche Bahn investiert 50 Millionen für mehr Sicherheit an Großbahnhöfen
Mehr Personal, kürzere Reaktionszeiten: Die Bahn will ihre wichtigsten Knotenpunkte sicherer machen. Doch reicht das gegen Vandalismus und Verschmutzung?
Baden-Württemberg verdreifacht Volumen seiner grünen Staatsanleihe auf 800 Millionen Euro
Rekordnachfrage bei der grünen Anleihe: Investoren setzen auf ökologische Zukunft. Wo die 800 Millionen Euro konkret wirken – von Wasserstoff bis Waldaufforstung.
Schwerer Motorradunfall in Zell am Harmersbach: Biker nach Kollision lebensgefährlich verletzt
Ein Routineabbiegemanöver endete in einer Katastrophe. Warum die Audi-Fahrerin den Motorradfahrer übersah – und wie es dem Schwerverletzten jetzt geht.
95.000 Fans feiern friedlich beim Hütehund-Festival in Markgröningen
Ein Festival der Superlative: Trotz Rekordandrang blieb die Stimmung entspannt. Wie die Polizei mit cleverem Crowd-Management für Sicherheit sorgte – und warum ein Strandschirm zum Problem wurde.
Bayern und Baden-Württemberg starten digitale Gesundheitsrevolution mit ÖGDigital
Zwei Bundesländer, ein System: Wie eine cloudbasierte Lösung Bürokratie abbauen und die Gesundheitsverwaltung fit für die Zukunft machen soll. Die Einführung beginnt 2025.
FDP scheitert in Baden-Württemberg – Lindner spricht von bitterer Niederlage
Die FDP stürzt in Baden-Württemberg ab – und Lindner warnt vor dem Ende der liberalen Kraft. Wer füllt die Lücke? Die CDU oder die AfD?
Kultur-Ehrenpreis 2025: Sieben Persönlichkeiten für ihr lebenslanges Engagement geehrt
Von New Yorker Paraden bis zu vergessenen Dörfern: Ihre Leidenschaft hält die Kultur in Bad Kissingen am Leben. Doch was treibt diese Ausnahmemenschen an? Ein Blick hinter die Ehrungen.
Özdemirs pragmatischer Kurs: Warum die Grünen in Baden-Württemberg auf Inhalte statt Symbolik setzen
Stefanie Hertel über ihre entbehrungsreiche Kindheit und das Familien-Trio mit Tochter Johanna Mross
Bayern und Baden-Württemberg starten digitale Gesundheitsrevolution mit ÖGDigital
Zwei Bundesländer, ein System: Wie eine cloudbasierte Lösung Bürokratie abbauen und die Gesundheitsverwaltung fit für die Zukunft machen soll. Die Einführung beginnt 2025.
Stuttgarter Schüler entwickeln in Stunden clevere Geschäftsideen
Sechs Teams, zwei Berater, unzählige Ideen: Wie Stuttgarter Schülerinnen und Schüler in einem Workshop lernen, aus Fehlschlägen Erfolge zu machen. Ihr Geheimnis? Kreativität und Marktverständnis.
RIGG'S Gastro GmbH schließt letzte Filialen – Ende einer Ära in Ravensburg und Tettnang
Von zwölf Standorten zur Pleite: Warum selbst Lieferdienste die Gastro-GmbH nicht retten konnten. Über 40 Jobs fallen dem Ende zum Opfer.
Hensoldt-Aktie explodiert nach Rekordaufträgen – was Anleger jetzt wissen müssen
Ein Auftragsvolumen für fünf Jahre Produktion – und die Aktie fliegt. Doch kann Hensoldt die Nachfrage stemmen? Die Risiken hinter dem Boom.