21 December 2025, 21:54

Pro Bahn Allianz fordert Neuüberlegung nach Verzögerung von Stuttgart-21

Ein Zug fährt aus einem Tunnel zwischen Gebäuden heraus.

Pro Bahn Allianz fordert Neuüberlegung nach Verzögerung von Stuttgart-21

Pro-Bahn-Bündnis fordert Neuausrichtung nach neuer Verzögerung bei Stuttgart 21

Nach der Ankündigung einer weiteren Verzögerung bei der Teilinbetriebnahme von Stuttgart 21 sieht sich das Landesbündnis Pro-Bahn-Bündnis in seiner Kritik bestätigt. Das Bündnis...

  1. November 2025, 14:23 Uhr

Die jüngste Verzögerung bei der teilweisen Eröffnung von Stuttgart 21 hat die Kritik an dem problembehafteten Bahnprojekt neu entfacht. Die Initiative Pro-Bahn-Bündnis behauptet, der Rückschlag belege langjährige Mängel in der Planung der Deutschen Bahn. In der Folge werden Reisezüge vorerst weiter den historischen Kopfbahnhof Stuttgarts auf oberirdischer Ebene nutzen müssen.

Das Pro-Bahn-Bündnis bezeichnet die Verzögerung als „Bankrotterklärung“ der Deutschen Bahn. Die Gruppe argumentiert, dass die wiederholten Verschiebungen auf tiefe strukturelle Probleme im Projektmanagement hinweisen. Sie fordert nun eine grundlegende Überarbeitung des Stuttgart-21-Konzepts.

Das Bündnis schlägt eine „Kombi-Bahnhof“-Lösung vor, die den bestehenden Kopfbahnhof mit dem neuen unterirdischen Knoten verbindet. Dieses Modell würde sowohl den Personenverkehr entlang der Gäubahn als auch den internationalen Güterverkehr bedienen. Zudem fordern sie die Behörden auf, die Pläne für den Pfaffensteintunnel zu verwerfen und den oberirdischen Hauptbahnhof dauerhaft zu erhalten.

Statt Stuttgart 21 weiter voranzutreiben, setzt sich die Gruppe für einen Ausbau der Gäubahn auf zweigleisigen Betrieb ein. Dies sei eine kostengünstigere, umweltfreundlichere und praktikablere Alternative. Die Deutsche Bahn hat jedoch noch keinen überarbeiteten Zeitplan für die Teilinbetriebnahme bekannt gegeben.

Bisher hat die Bundesregierung nicht öffentlich auf die Forderungen des Pro-Bahn-Bündnisses reagiert. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann forderte zwar mehr Transparenz, doch eine offizielle Stellungnahme zur möglichen Neuausrichtung oder zur Streichung des Tunnels steht noch aus.

Ohne neuen Fahrplan der Deutschen Bahn bleibt der historische Stuttgarter Kopfbahnhof vorerst in Betrieb. Das Pro-Bahn-Bündnis drängt weiterhin auf eine grundsätzliche Debatte über die Zukunft des Projekts. Die Diskussion um Stuttgart 21 – und mögliche Alternativen – dürfte sich damit weiter hinziehen.