Rastatt gedenkt der jüdischen Opfer der NS-Zeit mit bewegender Feier
Gabor HethurRastatt gedenkt der jüdischen Opfer der NS-Zeit mit bewegender Feier
In Rastatt hat eine Gedenkfeier den örtlichen jüdischen Friedhof gewürdigt und an die Opfer der NS-Herrschaft erinnert. Die Veranstaltung rückt eine dunkle Phase der lokalen und nationalen Geschichte ins Bewusstsein. Zwischen 1933 und 1945 wurden zahlreiche Menschen aus Rastatt vom NS-Regime verfolgt, deportiert und ermordet.
Der jüdische Friedhof in Rastatt wurde 1881 eingeweiht – ein bedeutender Moment für die Gemeinde. Zuvor mussten jüdische Bürger ihre Verstorbenen in Kuppenheim beerdigen. Im Laufe der Jahre fanden dort etwa 150 Bestattungen statt, von denen heute noch rund 100 Grabsteine erhalten sind.
Während der NS-Diktatur erlitten die jüdischen Einwohner Rastatts sowie Sinti und Roma systematische Verfolgung. Viele wurden in Konzentrationslager verschleppt, darunter nach Auschwitz, wo über eine Million Juden ermordet wurden. Die Gedenkveranstaltung mahnt diese Gräueltaten an und betont die Pflicht, ihr Andenken zu bewahren. Lokale Vertreter und Bürger kamen zusammen, um der Vergangenheit zu gedenken. Die Feier unterstrich, dass der Friedhof nicht nur eine Begräbnisstätte ist, sondern auch ein Symbol für das jüdische Leben in Rastatt vor der NS-Zeit.
Die Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes bleibt damit wach. Gleichzeitig bekräftigt die Stadt ihr Bekenntnis, die eigene Geschichte nicht zu vergessen. Der Friedhof steht als sichtbares Zeugnis für das jüdische Erbe Rastatts und die Leben, die während des Dritten Reichs verloren gingen.