04 March 2026, 15:09

Ruhrfestspiele 2024 wagen ein iranisches Flüchtlingsdrama in persischer Sprache

Ein Plakat für das Moskauer Theaterfestival 1935, das eine Person vor einem Vorhang mit Text zeigt.

Ruhr Festival Eröffnet mit iranischem Drama auf Persisch - Ruhrfestspiele 2024 wagen ein iranisches Flüchtlingsdrama in persischer Sprache

Die Ruhrfestspiele 2024 starten mit einer mutigen Entscheidung: einem iranischen Flüchtlingsdrama in persischer Sprache. Das Festival, das vom 1. Mai bis zum 13. Juni stattfindet, steht unter dem Motto "Schock und Staunen" – und das Programm spiegelt diesen Anspruch wider. Da die Hauptspielstätte wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist, finden die Aufführungen in einem provisorischen Festzelt mit fast 500 Plätzen statt.

Eröffnet wird das Festival am 3. Mai mit einer Ansprache der Schriftstellerin Ursula Krechel. Noch am selben Abend kommt "Das Kind" auf die Bühne, ein Stück der iranischen Dramatikerin Naghmeh Samini. Die Inszenierung begleitet drei Frauen und ein Kind, die an einer europäischen Grenze gestrandet sind – gespielt vollständig auf Persisch mit deutschen und englischen Untertiteln.

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Die Realisierung des Stücks in Recklinghausen gestaltete sich jedoch alles andere als einfach. Die Veranstalter bemühen sich derzeit um Visa für die iranische Theatergruppe unter der Leitung der Schauspielerin Fatemeh Motamed-Arya. Sollte die Truppe nicht einreisen dürfen, muss die Vorstellung abgesagt werden – eine Absage, die selbst eine deutliche Botschaft senden würde.

Neben dem Eröffnungsstück umfasst das Programm Uraufführungen, Deutschlandpremieren und Auftritte bekannter Schauspieler wie Katja Riemann, Katharina Thalbach und Joachim Król. Der Umzug in das provisorische Zelt bringt zusätzliche Herausforderungen mit sich, doch die Macher bleiben konzentriert: Sie wollen ein vielfältiges, zum Nachdenken anregendes Programm präsentieren.

Die Ruhrfestspiele 2024 werden sowohl logistisch als auch künstlerisch eine Bewährungsprobe. Gelingt die iranische Produktion, setzt sie einen kraftvollen Akzent für die Auseinandersetzung des Festivals mit Themen wie Vertreibung und Widerstandsfähigkeit. Der Ausgang des Events – ob als Aufführung oder Absage – wird voraussichtlich weit über das Ruhrgebiet hinaus Beachtung finden.