Satelliten sollen Deutschlands Funklöcher in ländlichen Regionen schließen
Verena KramerSatelliten sollen Deutschlands Funklöcher in ländlichen Regionen schließen
Deutsche Telekommunikationsunternehmen setzen zunehmend auf Satelliten, um die Mobilfunkabdeckung in ländlichen und abgelegenen Regionen zu verbessern. Neue Partnerschaften sollen Lücken in den herkömmlichen Netzen schließen und gleichzeitig als Backup bei Notfällen dienen. Ein aktueller Test wird von O2 Telefónica gemeinsam mit dem europäischen Satellitenbetreiber OQ Technology durchgeführt.
Das Testgebiet liegt in der Nähe von Waren an der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern. Dieser Schritt ist Teil einer breiteren Initiative der großen deutschen Anbieter, raumgestützte Lösungen in ihre Dienste zu integrieren.
O2 Telefónica arbeitet mit OQ Technology zusammen, um in einer dünn besiedelten Region Satelliteninternet zu erproben. Der Standort nahe der Müritz dient als Prüfgebiet, um zu testen, wie gut Satellitenverbindungen Mobilfunknetze unterstützen können. Unterdessen hat Vodafone ein Joint Venture mit AST SpaceMobile gegründet, um ähnliche Technologien nach Deutschland zu bringen.
Auch die Deutsche Telekom steigt in das Geschäft ein und kooperiert mit Starlink, um den Empfang in abgelegenen Gebieten zu verbessern. Dieser Service soll voraussichtlich 2028 starten. Ziel aller Anbieter ist es, eine zuverlässige Konnektivität zu gewährleisten – selbst wenn die bodengestützte Infrastruktur ausfällt.
Das europäische Unternehmen OQ Technology betreibt derzeit fünf Satelliten und plant, in diesem Jahr drei weitere in den Orbit zu bringen. Bis Ende 2027 sollen es 48 Satelliten sein, die alle 30 Minuten eine Aktualisierung der Abdeckung ermöglichen. Langfristig strebt das Unternehmen bis 2028 oder 2029 eine Flotte von 150 Satelliten an, um durchgehend datenintensive Anwendungen zu unterstützen. Als besondere Vorteile hebt das Unternehmen seine Unabhängigkeit von US-Regulierungen sowie die Unterstützung durch europäische Institutionen hervor.
Der Ausbau satellitengestützter Mobilfunkdienste wird dazu beitragen, Versorgungslücken in Deutschlands abgelegenen Regionen zu schließen. Gleichzeitig sind diese Systeme als Notfall-Backup konzipiert, falls Katastrophen die herkömmlichen Netze lahmlegen. Da mehrere Anbieter in die Technologie investieren, wird die raumgestützte Konnektivität künftig ein fester Bestandteil der Telekommunikationsinfrastruktur des Landes sein.






