16 March 2026, 00:27

Scheibensilhouetten-Schießen: Vom mexikanischen Ursprung zur deutschen Präzisionskunst

Eine Messingkugel mit einem schwarzen Rand darum, mittig auf einem weißen Hintergrund.

Scheibensilhouetten-Schießen: Vom mexikanischen Ursprung zur deutschen Präzisionskunst

Scheibensilhouetten-Schießen: Vom mexikanischen Ursprung zur deutschen Präzisionsdisziplin

Das Scheibensilhouetten-Schießen, eine Präzisionssportart mit tiefen Wurzeln in Mexiko, hat sich in Deutschland zu einer gut organisierten Disziplin entwickelt. Kürzlich fanden in Philippsburg die deutschen Meisterschaften statt, die über drei Tage hinweg 151 Teilnehmer anzogen. Dieser Nischensport, der jedoch klar strukturiert ist, wird mittlerweile in Vereinen bundesweit angeboten – mit besonders starker regionaler Verankerung in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.

Die Ursprünge des Sports liegen im deutschen der frühen 20. Jahrhunderts, wo zunächst lebende Tiere als Ziele dienten. Ab 1948 wurden sie durch Stahlschnittfiguren in Form von Hühnern, Schweinen, Truthähnen und Widdern ersetzt. Heute wird die Disziplin in 26 Ländern von der International Metallic Silhouette Shooting Union (IMSSU) geregelt, die 1992 gegründet wurde.

In Deutschland ist das Scheibensilhouetten-Schießen im offiziellen Regelwerk des Bund Deutscher Sportschützen (BDS) verankert. Die nationale Variante begrenzt die Distanzen auf 50 Meter, während internationale Wettbewerbe für Langwaffen bis zu 500 Meter vorsehen. Die Schützen müssen pro Distanz fünf Ziele mit je einem Schuss treffen – und das innerhalb von zweieinhalb Minuten.

Die deutschen Meisterschaften folgten einem strengen Ablauf: Die Teilnehmer schossen nacheinander auf Hühner-, Schweine-, Truthahn- und Widder-Ziele, wobei sich die Entfernungen jeweils erhöhten. Bei Pistolen schreiben internationale Regeln die Bauchlage vor, oft mit Techniken wie "Creedmoor" oder "Dead Frog". Die Disziplin bietet zudem acht Kategorien für Pistolen, Revolver und Gewehre, sodass auch Schützen aus dem Standardprogramm teilnehmen können.

Deutschlandweit bieten inzwischen etwa 20 bis 30 Vereine regelmäßig Scheibensilhouetten-Schießen an. Verbände wie der BDS und der Deutsche Schützenbund (DSB) fördern die Sportart aktiv – vor allem in den süd- und westdeutschen Bundesländern.

Beim Wettkampf in Philippsburg gab es über drei Tage hinweg 447 Wertungsversuche, die die Präzision und Struktur des Sports unter Beweis stellten. Mit wachsender Vereinsbeteiligung und klaren Regeln etabliert sich das Scheibensilhouetten-Schießen zunehmend als offizielle Wettkampfsportart. Die Verbindung aus historischer Tradition und moderner Reglementierung sichert ihm einen festen Platz im deutschen Schießsport.

AKTUALISIERUNG

Philippsburg veranstaltet die Offene Deutsche Meisterschaft im Silhouettenschießen im Mai 2026

Neuste Berichte besagen, dass die Offene DM Silhouette vom 8. bis 10. Mai 2026 in Philippsburg stattfinden wird, nach den jüngsten Meisterschaften im Februar. Diese Veranstaltung, die sich von der vorherigen unterscheidet, markiert das nächste große Silhouetten-Schießereignis in Deutschland. Philippsburg wird auch andere Disziplinen im Jahr 2026 beherbergen, darunter IPSC Shotgun und 3GUN Triple, und damit seine Stellung als zentraler Hub für Schießsport bestätigen. Das bevorstehende Silhouettenmeisterschaft wird auf den Erfolg der Februarveranstaltung aufbauen, an der 151 Teilnehmer teilnahmen und über 18.000 Schüsse abgegeben wurden.