22 December 2025, 07:03

Schmelztiegel statt Goldene Schallplatte

Eine gold- und braune Münze mit der Aufschrift "The United States Of America" darauf, vor einem braunen Teppichhintergrund.

Schmelztiegel statt Goldene Schallplatte

Statt Goldener Schallplatte: Ein Image-GAU

Popstar Dieter Bohlen wirbt für einen Verschwörungstheoretiker auf YouTube. Es geht darum, leichtgläubige Menschen zu verunsichern – und ihnen Gold zu verkaufen.

  1. November 2025, 09:28 Uhr

Schlagwörter: Geldanlage, Wirtschaft, Technologie, Sport

Popstar Dieter Bohlen hat für Aufsehen gesorgt, nachdem er an einem Webinar des deutschen Edelmetallhändlers Kettner Edelmetalle teilgenommen hat – ein Unternehmen mit Verbindungen zur Verschwörungsszene. Die als „Lehrstunde in finanzieller Selbstverteidigung“ beworbene Veranstaltung diente vor allem dazu, den Zuschauern Gold zu verkaufen. Bohlens Auftritt lenkt die Aufmerksamkeit auf den fragwürdigen Ruf des Unternehmens und seine eigenen politischen Äußerungen.

Das Webinar fand Ende November 2025 statt, mit Bohlen als Gastredner neben einer Runde von Referenten, die eher durch Provokation als durch Fachkompetenz in Finanzfragen auffallen. Darunter waren der politische Kommentator Werner Patzelt, der ehemalige Journalist Peter Hahne und die Adlige Gloria von Thurn und Taxis. Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist weiterhin online verfügbar und wird von Kettner Edelmetalle aktiv über den eigenen YouTube-Kanal und Shop-Links beworben.

Während der Veranstaltung lobte Bohlen das „wirtschaftliche Gespür“ von Donald Trump, kritisierte gleichzeitig das deutsche Sozialsystem und wiederholte seine Drohung, das Land zu verlassen, falls eine Vermögenssteuer eingeführt werde. Zwar distanzierte er sich von der als „faschistisch“ bezeichneten AfD, argumentierte aber, deren Ausschluss aus politischen Debatten sei undemokratisch.

Der in der südwestdeutschen „Ländle“-Region ansässige Händler Kettner Edelmetalle gibt sich als „Europas größter Edelmetallhändler“ aus. Doch das dazugehörige Onlinemagazin verbreitet hyperkapitalistische und demokratiefeindliche Thesen, und das Unternehmen steht wegen seiner Geschäftspraktiken in der Kritik. Das Webinar selbst wurde weithin als reines Verkaufsinstrument wahrgenommen, das gezielt Ängste vor wirtschaftlicher Instabilität schürt.

Die Zusammenarbeit zwischen Bohlen und Kettner Edelmetalle wirft Fragen nach der Glaubwürdigkeit des Unternehmens und der Instrumentalisierung von Prominenz auf. Die Aufzeichnung des Webinars zirkuliert weiterhin – als Werbeplattform für Goldinvestments und als Bühne für politische Stimmungsmache. Kritiker werfen den Veranstaltern vor, finanzielle Unsicherheiten der Zuschauer ausnutzen zu wollen, um Profite zu maximieren.