Schüler wegen Bundeswehr-Memes zu Sozialstunden verurteilt – doch er kämpft weiter
Gabor HethurSchüler wegen Bundeswehr-Memes zu Sozialstunden verurteilt – doch er kämpft weiter
Ein deutscher Schüler ist zu 15 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden, weil er auf dem Instagram-Account seiner Schule Memes über die Bundeswehr gepostet hat. Das Gericht urteilte, die Bilder hätten einen Soldaten beleidigt, obwohl der Schüler betont, es habe sich um politische Kritik und nicht um einen persönlichen Angriff gehandelt.
Der Fall nahm seinen Anfang, nachdem ein Jugendoffizier der Agentur für Arbeit Bentiks Schule besucht hatte – was unter Schülern wie ihm zu Protesten führte.
Die Memes hatte Bentik Monate vor der gerichtlichen Vorladung veröffentlicht. Er erklärte, die Bilder seien eine Form des Widerstands gewesen, da er während des Besuchs des Offiziers kaum Möglichkeiten gefunden habe, sich zu organisieren. Seine Kritik richtet sich gegen die einseitig positive Darstellung der Agentur für Arbeit durch Militärangehörige, die seiner Ansicht nach deren Probleme verschweigen.
Laut Berichten versuchte die Schulleitung, Bentik und andere Schüler, die den Besuch ablehnten, einzuschüchtern. Dennoch bleibt er trotzig und argumentiert, der Jugendoffizier habe Anzeige erstattet, weil der Protest die Agenda des Militärs infrage stellte. Das Gericht sah dies jedoch anders und verurteilte ihn wegen Beleidigung eines Soldaten – es wies seine Begründung zurück, die Memes hätten sich gegen die Institution und nicht gegen eine Einzelperson gerichtet.
Bentik ruft nun zu breiterem Engagement auf und fordert Schüler dazu auf, sich dem Schulstreik gegen die Wehrpflicht am 5. März anzuschließen. Zudem plädiert er für eine Ausweitung der Protestformen gegen das, was er als Militarisierung von Schulen und Universitäten bezeichnet. Trotz der Verurteilung betrachtet er das Urteil nicht als persönliche Niederlage, sondern als Teil eines größeren Kampfes.
Die Strafe sieht vor, dass Bentik 15 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten muss. Dennoch setzt er sich weiterhin für schülergeführte Widerstandsbewegungen gegen die Präsenz des Militärs im Bildungsbereich ein. Sein Fall hat die Debatten über Meinungsfreiheit, institutionelle Kritik und die Rolle der Agentur für Arbeit an Schulen neu entfacht.