14 March 2026, 18:37

Skandal-Video belastet CDU-Grüne-Beziehungen vor Baden-Württembergs Wahl

Ein deutsches Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Textinformationen über die Partei.

Palmer: "Kann mit der Seele der CDU mitfühlen" - Skandal-Video belastet CDU-Grüne-Beziehungen vor Baden-Württembergs Wahl

Ein umstrittenes Video hat nur wenige Tage vor der entscheidenden Landtagswahl in Baden-Württemberg die Spannungen zwischen CDU und Grünen weiter angeheizt. Die Aufnahme, die von einem Grünen-Abgeordneten geteilt wurde, zeigt Manuel Hagel, damals 29 Jahre alt, wie er sich über das Aussehen einer Schülerin äußert. Die darauffolgenden Vorwürfe wegen Sexismus und die Anschuldigungen der CDU, es handele sich um eine "schmutzige Wahlkampftaktik", belasten das Verhältnis der Parteien – besonders, da die Grünen nur knapp die Wahl für sich entschieden haben.

Das Video verbreitete sich in der heißen Phase des Wahlkampfs rasant und löste scharfe Kritik der CDU-Spitze aus. Generalsekretär Tobias Vogt verurteilte, was er als "schmutzigen Wahlkampf" der Grünen bezeichnete, während Innenminister Thomas Strobl die Aktion als "aus der untersten Schublade" brandmarkte. Die Empörung der Christdemokraten richtete sich vor allem gegen den Zeitpunkt der Veröffentlichung, den sie als gezielten Versuch werteten, Wähler zu beeinflussen.

Boris Palmer, ehemaliges Grünen-Mitglied, räumte zwar die Verärgerung der CDU ein, wies jedoch die Vorstellung einer koordinierten Diffamierungskampagne zurück. Er verwies auf die dezentrale Struktur der Grünen, in der Abgeordnete eigenständig handelten – ein zentral gesteuerter Plan sei daher unwahrscheinlich. Palmer argumentierte zudem, dass der Vorwurf der CDU deren eigene interne Kultur widerspiegle, in der solche Einzelinitiativen undenkbar wären.

Trotz der Kontroverse gewannen die Grünen die Wahl mit knappem Vorsprung. Cem Özdemir soll nun Winfried Kretschmann als Ministerpräsident ablösen. Doch die Partei steht vor der Herausforderung, die CDU davon zu überzeugen, dass die Veröffentlichung des Videos keine kalkulierte Strategie war. Palmer rief beide Seiten dazu auf, den Fokus auf den Wiederaufbau von Vertrauen zu legen, um eine stabile Regierungsbildung zu ermöglichen.

Das Wahlergebnis bescherte den Grünen zwar den Machtverbleib, doch die Nachwirkungen des Videos sind noch spürbar. Die Partei muss nun die Bedenken der CDU ausräumen, um die angespannten Beziehungen zu kitten, bevor die Koalitionsgespräche voranschreiten. Ohne gegenseitiges Vertrauen könnte sich die Bildung einer stabilen Regierung in den kommenden Wochen als schwierig erweisen.

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