Sparkassen starten eigene digitale Anlageplattform für Selbstentscheider
Ludger RörrichtSparkassen starten eigene digitale Anlageplattform für Selbstentscheider
Deutschlands Sparkassen bringen im Sommer eine neue digitale Anlageplattform an den Start. Die Dienstleistung richtet sich an selbstständige Anleger, die Wertpapiere und ETFs ohne Beratung handeln möchten. Das Angebot wird unabhängig vom bestehenden S-Broker-System betrieben und direkt in die digitale Banking-Oberfläche der Institute integriert.
Die Sparkassen-Finanzgruppe diskutiert seit Langem über eine Erweiterung ihrer Services für eigenständige Investoren. Ziel ist es, zu verhindern, dass diese Kundengruppe vollständig zu reinen Online-Brokern abwandert. Die neue Plattform konzentriert sich auf Trader, die ihre Depots selbst verwalten.
Die Orderausführung läuft über die eigenen Systeme der Sparkassen. Kernaufgaben wie Handel, Verwahrung und Abwicklung übernehmen die DWP Bank und die DekaBank. Zudem plant die Gruppe, telefonische Unterstützung anzubieten und die Stabilität in Stoßzeiten zu gewährleisten.
Der Start erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Neobroker unter regulatorischem Druck wegen des Payment-for-Order-Flow-(PFOF)-Modells stehen. Zwar gibt es noch keine Details zu Pilotregionen oder der Beteiligung einzelner Filialen, doch der Rollout über das gesamte Netzwerk soll in den kommenden Monaten erfolgen.
Die Plattform konkurriert direkt mit digitalen Brokern, indem sie eine Selbstbedienungs-Handelsoption bietet. Durch die Einbindung in die Sparkassen-Banking-App soll der Zugang für Bestandskunden vereinfacht werden. Der Schritt könnte den Markt verändern, da traditionelle Banken die Vorherrschaft der Neobroker herausfordern.






