08 January 2026, 05:07

Sternsinger bringen Segen und Spenden gegen Kinderarbeit ins Münsteraner Rathaus

Ein geschmückter Weihnachtsbaum mit darunter auf einem Tisch platzierten Menschenfiguren.

Sternsinger bringen Segen und Spenden gegen Kinderarbeit ins Münsteraner Rathaus

Als Sternsinger verkleidete Kinder besuchten diese Woche das Münsteraner Rathaus, um den traditionellen Segen der Heiligen Drei Könige zu überbringen. Die jährliche Aktion, die zur größten von Kindern getragenen Hilfskampagne der Welt gehört, vereinte über 20 junge Teilnehmer in festlichen Gewändern. Sie überreichten Bürgermeister Claudio Provenzano und den Mitarbeitern die Neujahrsbotschaft "Christus Mansionem Benedicat" (Christus segne dieses Haus).

Die als Dreikönigssingen bekannte Tradition ist in Deutschland tief verwurzelt. Offiziell anerkannt wurde sie 2015, als der Brauch in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde – nicht in Münster, sondern in Freiburg im Breisgau.

Die jungen Sänger trugen Lieder vor und sammelten Spenden für bedürftige Kinder. Bei ihrem Besuch gab es eine besondere Überraschung: Bürgermeister Provenzano und Sabine Eilers, Leiterin der Stadtbibliothek, übergaben 350 Euro, die durch eine interne Tombola der Mitarbeiter zusammenkamen. Das Geld fließt in die diesjährige Kampagne, die unter dem Motto "Schule statt Fabrik" gegen Kinderarbeit kämpft.

Der Ursprung des Sternsingens reicht bis ins Jahr 1959 zurück; seither wurden über eine Milliarde Euro gesammelt. Die Münsteraner Gruppe erhielt 2004 für ihr Engagement den Westfälischen Friedenspreis. Nach ihrem Auftritt bedankte sich der Bürgermeister mit heißer Schokolade und Keksen – eine kleine Anerkennung für ihren Einsatz.

Die diesjährige Aktion lenkt den Blick auf die 138 Millionen Kinder weltweit, die noch immer in ausbeuterischer Kinderarbeit gefangen sind. Die Kampagne fordert besseren Zugang zu Bildung und betont: Schulen – nicht Fabriken – sollen die Zukunft von Kindern prägen.

Das Ereignis in Münster spiegelt eine bundesweite Tradition wider, die Gemeinden verbindet. Zwar wurde der Kulturerbe-Eintrag 2015 mit Freiburg verknüpft, doch bleibt das Sternsingen auch in Städten wie Münster ein geschätzter Teil der lokalen Kultur, der stetig an Unterstützung gewinnt.

Mit Spenden und einem erneuten Appell gegen Kinderausbeutung verließen die Sternsinger das Rathaus. Ihr jährlicher Besuch hält die Tradition lebendig und finanziert Projekte für benachteiligte Kinder. Der diesjährige Fokus auf Bildung soll Bewusstsein in konkrete Hilfe für Millionen verwandeln.