Studie aus Freiburg: Bevölkerung sieht Tourismus positiv
Studie aus Freiburg: Bevölkerung steht Tourismus positiv gegenüber
Teaser: Der Tourismus in Freiburg genießt in der Bevölkerung breite Unterstützung, wie eine aktuelle repräsentative Studie der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM) zeigt. 65 Prozent der befragten Freiburger:innen bewerten die Auswirkungen des Tourismus auf ihre Stadt als eher oder überwiegend positiv. Die Erhebung wurde im Juni durchgeführt.
Veröffentlichungsdatum: 19. Dezember 2025, 10:23 Uhr
Schlagwörter: Wirtschaft, Finanzen
Artikeltext: Eine aktuelle Umfrage offenbart eine starke Zustimmung zum Tourismus in Freiburg und positioniert die Stadt damit unter den Spitzenreiter:innen in Deutschland, was die Akzeptanz in der Bevölkerung angeht. Die Ergebnisse zeigen, dass eine deutliche Mehrheit der Einheimischen den Tourismus sowohl wirtschaftlich als auch kulturell als Bereicherung ansieht. Dennoch bleiben Bedenken hinsichtlich der Besucherzahlen und der ökologischen Folgen bestehen.
In einer bundesweiten Untersuchung mit 77 Destinationen belegte Freiburg insgesamt den neunten Platz und unter den Städten Rang sechs. Die Studie maß die Tourismusakzeptanz und erzielte für Freiburg einen Saldo von +58 bei der allgemeinen Wahrnehmung sowie +22 bei den persönlichen Einschätzungen – beides deutlich über dem neutralen Bereich.
Die Umfrage unterstreicht die breite Anerkennung der Vorteile des Tourismus: Beeindruckende 91 Prozent der Befragten bezeichneten ihn als unverzichtbar für die lokale Wirtschaft, während 86 Prozent seine Bedeutung für das Image Freiburgs betonten. Die Schaffung von Arbeitsplätzen spielte ebenfalls eine zentrale Rolle – 75 Prozent hoben die attraktiven Beschäftigungsmöglichkeiten hervor, die der Tourismus bietet. Zudem lobten 77 Prozent die positiven Effekte auf die Gastronomieszene.
Die Einstellungen variierten je nach Altersgruppe: Ältere Bewohner:innen legten den Fokus eher auf wirtschaftliche Vorteile, während jüngere Befragte vor allem die Aufwertung von Freizeitangeboten, Stadtbild und Lebensqualität hervorhoben. Trotz der grundsätzlichen Zuversicht empfanden 21 Prozent die Zahl der Tourist:innen als zu hoch. Viele dieser Stimmen forderten strengere Umweltschutzmaßnahmen, mehr Wohnraum für Einheimische sowie eine stärkere Bürgerbeteiligung bei der Tourismusplanung.
Die FWTM, die für den Tourismus in Freiburg zuständige Organisation, begrüßte die Ergebnisse als Bestätigung ihrer Strategie für einen nachhaltigen Tourismus. Die Studie sehe man als Beleg dafür, dass der eingeschlagene Weg – Wachstum mit den Bedürfnissen der Stadtgesellschaft in Einklang zu bringen – richtig sei.
Die Umfrageergebnisse decken sich mit laufenden Debatten in der Stadt. So nahm der Tourismusforscher Prof. Dr. Stefan Gössling kürzlich an einer Politikstunde im Montessori Zentrum ANGELL Freiburg teil, bei der die Rolle des Tourismus für die Stadtentwicklung thematisiert wurde. Zwar gibt es keinen direkten Bezug zur aktuellen Studie, doch Gösslings Arbeit beschäftigt sich häufig mit den sozialen und ökologischen Folgen des Tourismusbooms.
Fazit: Die Mehrheit der Freiburger:innen steht hinter dem Tourismus und schätzt seine wirtschaftlichen und kulturellen Impulse. Gleichzeitig zeigen die Forderungen nach besserem Umweltschutz und Wohnraumpolitik, wo noch Handlungsbedarf besteht. Angesichts der hohen Akzeptanzwerte liefert die Studie klare Ansatzpunkte für die künftige Ausrichtung der Tourismuspolitik.