Stuttgarter Solarfirma Innpro meldet überraschend Insolvenz an – was bedeutet das für Anleger?
Ludger RörrichtStuttgarter Solarfirma Innpro meldet überraschend Insolvenz an – was bedeutet das für Anleger?
Stuttgarter Solarinvestor Innpro meldet Insolvenz an
Das in Stuttgart ansässige Unternehmen Innpro, das auf Solarinvestitionen spezialisiert ist, hat am Montag Insolvenz angemeldet. Der Schritt wirft Fragen zum Geschäftsmodell auf und gefährdet die Arbeitsplätze der Mitarbeiter sowie die Einlagen der Anleger. Geschäftsführer Marc Schnieringer bestätigte die Meldung und rief zu Geduld auf, während ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt wurde.
Innpro, 2011 gegründet, gab an, rund 450 Solarprojekte realisiert zu haben. Seine Plattform „PV Marktplatz“, die im Juli 2022 an den Start ging, richtete sich an Investoren, die von der deutschen Investitionsabzugsbetrags-Regelung (IAB) profitieren wollten. Der Vergleichsdienst ermöglichte direkte Beteiligungen an Photovoltaik-Projekten.
Bis September 2025 hatte Innpro „PV Marktplatz“ an die Sunlife Group übertragen, wobei Marc Hegemann die Leitung der Plattform weiterhin innehatte. Trotz der Insolvenz bleibt die Website aktiv – nun unter der Kontrolle von Sunlife. Die Sunlife Group, zu der unter anderem Sunlife-Energy, Sunlife-Montage und Sunlife-Sales gehören, zeigt auf ihrer Seite „dachvermieten.net“ nach wie vor das Logo von Innpro. Einige Sunlife-Unternehmen teilen sich sogar die gleiche Stuttgarter Adresse wie Innpro.
Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde am Montag bis 13 Uhr der Anwalt Philipp Grub eingesetzt. Die Insolvenzanmeldung lässt die Zukunft der verbleibenden Geschäftsbereiche von Innpro ungewiss erscheinen.
Die Pleite wirft zudem Fragen zur Stabilität der noch laufenden Innpro-Projekte und zur Sicherheit der Anlegergelder auf. Währenddessen läuft „PV Marktplatz“ unter dem Dach der Sunlife Group weiter – unabhängig von den finanziellen Turbulenzen bei Innpro. Die nächsten Schritte des Gerichts werden zeigen, wie das Insolvenzverfahren verlaufen wird.