Trumps Nobelpreis-Nominierung macht Cantz’ Witz zur bitteren Realität
Verena KramerGuido Cantz: Trump lässt Satiriker alt aussehen - Trumps Nobelpreis-Nominierung macht Cantz’ Witz zur bitteren Realität
Ein Witz des Komikers Guido Cantz über Donald Trump, der sich mit aller Macht einen Friedensnobelpreis erkämpfen will, hat seine Komik verloren. Die Pointe wurde zur Realität, nachdem Trump 2025 offiziell für den Preis nominiert wurde. Cantz empfindet die Situation mittlerweile nicht mehr als lustig, sondern als absurd.
Cantz hatte einst gespottet, Trump könne durch schieres Beharren einen Nobelpreis erzwingen. Doch Anfang 2025 schlug Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu Trump tatsächlich für die Auszeichnung vor – kurz nach dessen zweiter Vereidigung. Bis Januar 2026 bot sogar die Nobelpreisträgerin Maria Machado an, ihre Medaille mit ihm zu teilen.
Trump hatte sich lange um die Anerkennung bemüht. Er schrieb an Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und fragte, warum er den Preis noch nicht erhalten habe. Der ehemalige Präsident beanspruchte zudem die Beendigung von acht Kriegen für sich – was seiner Meinung nach allein die Auszeichnung rechtfertige. Für Cantz war es schon immer eine Herausforderung, Witze über Trump zu machen. Der Komiker stellt fest, dass dessen unermüdliche Aussagen und Handlungen das Material innerhalb von Tagen veralten lassen. Was einst wie eine übertriebene Spöttelei wirkte, fühlt sich heute wie ein vorhersehbares Ergebnis an.
Aus der Nominierung wurde eine unerwartete Bestätigung von Cantz’ alter Nummer: Trumps beharrliche Forderungen und politische Verbündete haben den Witz von der Satire in die Realität überführt. Der Komiker steht nun vor der Ironie, dass das Leben seine Pointen nachahmt.