Verfassungsschutz Baden-Württemberg wehrt sich gegen Vorwürfe der Vernachlässigung islamistischer Gefahren
Gabor HethurVerfassungsschutz Baden-Württemberg wehrt sich gegen Vorwürfe der Vernachlässigung islamistischer Gefahren
Vorwurf in sozialen Medien: Verfassungsschutz Baden-Württemberg vernachlässige islamistische Gefahren – Behörde widerspricht
Ein aktueller Vorwurf in sozialen Medien wirft dem baden-württembergischen Verfassungsschutz (LfV) vor, islamistische Bedrohungen zu vernachlässigen, indem stattdessen christliche Freikirchen überwacht würden. Die Behörde hat nun Stellung bezogen und betont, dass beide Bereiche weiterhin streng beobachtet werden.
Ausgelöst wurde die Kritik durch den Twitter-Nutzer queru_lant, der behauptete, der Verfassungsschutz konzentriere sich stärker auf die Beobachtung christlicher Gruppen als auf islamistische Netzwerke. Die Behörde wies diese Darstellung jedoch als falsch zurück. Laut LfV stehen islamistische Gruppierungen im Land seit Jahren unter kontinuierlicher Beobachtung – ohne dass es hier Abstriche gegeben habe.
Aktuell überwacht die Behörde zwei Freikirchen: die Evangelische Freikirche Riedlingen, zu der auch das Netzwerk Bibeltreuer Christen unter der Leitung von Jakob Tscharntke gehört, sowie die Baptistenkirche Zuverlässiges Wort Pforzheim (BKZW). Diese Beobachtungen laufen parallel zu den laufenden Risikobewertungen im Bereich des Islamismus. Stand Januar 2026 stuft der Verfassungsschutz die Gefahr durch dschihadistische Akteure weiterhin als hoch ein. Diese Einordnung erfordert umfangreiche Überwachungsmaßnahmen, für die erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen bereitgestellt werden.
In ihrer Stellungnahme bestätigt die Behörde, dass die Beobachtung islamistischer Strukturen unvermindert fortgesetzt wird – ebenso wie die Prüfung der genannten Freikirchen. Der Verfassungsschutz betont, dass beiden Bereichen die notwendige Aufmerksamkeit zukommt und es keine Verlagerung des Fokus weg von islamistischen Gefahren gebe.