Verkehrsprojekte im Mittleren Baden: Ausbaupläne für Straßen und Ladeinfrastruktur konkretisiert
Gabor HethurVerkehrsprojekte im Mittleren Baden: Ausbaupläne für Straßen und Ladeinfrastruktur konkretisiert
Kommunalvertreter aus dem Mittleren Baden haben sich mit Landesbeamten getroffen, um wichtige Verkehrsprojekte voranzutreiben. Vertreter aus Rastatt, Gaggenau, Bühl, Kuppenheim und Bischweier erörterten mit Verkehrsminister Winfried Hermann und Regierungspräsidentin Sylvia Felder Infrastrukturpläne – darunter den Ausbau von Straßen, die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge sowie künftige Schienen- und Radwegeverbindungen.
Im Mittelpunkt der Gespräche standen zwei große Straßenbauvorhaben: Der Autobahnknoten Rastatt-Nord soll vierspurig ausgebaut und umgestaltet werden, wobei das formelle Genehmigungsverfahren voraussichtlich Anfang 2026 beginnen wird. Gleichzeitig soll die südliche Umgehungsstraße in Rastatt bis Mitte 2024 in die Planfeststellung gehen.
Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos rückte in den Fokus. Minister Hermann bot landeseigene Flächen für Schnellladestationen entlang der Hauptverkehrsadern an und kündigte ein Förderprogramm für Unternehmen an. Er betonte die Notwendigkeit geeigneter Standorte, insbesondere in Gewerbegebieten mit leistungsstarker Stromversorgung. Die Region, in der rund 25.000 Arbeitsplätze in der Automobilindustrie und bei Zulieferern angesiedelt sind, drängt auf bessere Verkehrsanbindungen, um die Wirtschaft zu stärken. Eine Machbarkeitsstudie für eine Schienenanbindung des Zentralklinikums Baden-Baden an das Netz der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) soll bis Ende 2024 vorliegen. Hermann hob zudem grenzüberschreitende Schienen- und Radwegeverbindungen als künftige Prioritäten hervor, wies jedoch darauf hin, dass die Schieneninfrastruktur größtenteils in Bundeshand liege. Er rief die Kommunen auf, bei neuen Initiativen eine Vorreiterrolle einzunehmen.
Das Treffen fand statt, während Hermann sich auf seinen Rückzug nach der Landtagswahl vorbereitet. Sein Nachfolger wird die laufenden Verkehrsprojekte übernehmen, wobei noch keine öffentliche Bekanntgabe für die konkreten Vorhaben im Mittleren Baden erfolgte.
Die Gespräche ergaben klare Zeitpläne für den Straßenausbau und die Ladeinfrastruktur: Der Autobahnknoten Rastatt-Nord und die südliche Umgehungsstraße sollen 2026 bzw. 2024 in die formellen Genehmigungsphasen eintreten. Nun warten lokale Verantwortliche und Unternehmen auf nähere Details zu Fördermitteln und Standortwahl für Ladestationen sowie auf die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für die Klinik-Anbindung.