03 February 2026, 15:25

Wellyou-Kampagne löst Debatte über Sexismus in der Werbung aus

Eine Frau mit einem Pferdeschwanz, die einen weißen Bikini mit blauen und weißen Streifen trägt, schaut direkt in die Kamera, umgeben von Bildern von Menschen, modernen Gebäuden und fettem Text.

Wellyou-Kampagne löst Debatte über Sexismus in der Werbung aus

Eine umstrittene Werbekampagne des Fitnessstudio-Betreibers Wellyou hat in Deutschland scharfe Kritik ausgelöst. Die Plakate und ein dazugehöriges Video zeigen trainierende, nackte Männer und Frauen mit durchtrainierten Körpern – begleitet von Slogans, die viele als objektivierend empfinden. Innerhalb weniger Tage gingen beim Deutschen Werberat Dutzende Beschwerden ein, deutlich mehr als üblich für eine einzelne Kampagne.

Laut Unternehmensangaben soll die Kampagne Stärke, Disziplin und Selbstvertrauen fördern. Kritiker werfen Wellyou jedoch vor, die Abgebildeten nicht als Sportler, sondern als Sexualobjekte darzustellen. Sowohl der Deutsche Werberat als auch die Landesfrauenbeauftragte Bremen stuften die Inhalte nach ihren Richtlinien als sexistisch ein.

Der Werberat kann zwar keine Werbung verbieten, prüft aber eingereichte Beschwerden und veröffentlicht öffentlich Stellungnahmen. Allein im ersten Halbjahr 2025 zogen Unternehmen nach solcher Prüfung 121 von 196 kritisierten Kampagnen freiwillig zurück oder änderten sie ab. Dies deutet darauf hin, dass öffentlicher Druck oft zu Anpassungen im Werbeverhalten führt.

In Bremen haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sexistische Plakate bei der Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten zu melden. Hält die Behörde die Darstellungen für unangemessen, kann sie deren Entfernung aus dem öffentlichen Raum anstreben. Der Rückgang gemeldeter sexistischer Werbung seit 2017 zeigt zudem ein wachsendes Problembewusstsein und eine geringere Toleranz für solche Inhalte.

Die Kontroverse um Wellyous Kampagne unterstreicht die anhaltende Debatte über Sexismus in der Werbung. Während das Unternehmen betont, eine Botschaft der Selbstbestimmung vermitteln zu wollen, stellen Regulierungsbehörden und die Öffentlichkeit den gewählten Ansatz infrage. Der Fall reiht sich ein in einen Trend, bei dem Werbetreibende zunehmend unter Druck geraten, Kampagnen zu überdenken, die Menschen objektivieren oder sexualisieren.