30 April 2026, 04:36

Wie ein Dorf in Baden-Württemberg sein eigenes Gigabit-Netz baute – und damit alle überraschte

Nahaufnahme eines Glasfaserkabels mit blauen und weißen Lichtern vor schwarzem Hintergrund

Wie ein Dorf in Baden-Württemberg sein eigenes Gigabit-Netz baute – und damit alle überraschte

Eine kleine Gemeinde in Baden-Württemberg baut eigenes Hochgeschwindigkeitsnetz – mit bis zu 1.000 Mbit/s

Die Gemeinde Hohentengen am Hochrhein hat die Internetversorgung selbst in die Hand genommen und ein eigenes Glasfasernetz aufgebaut, das Anwohnern und Unternehmen Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Mbit/s bietet. Nach jahrelanger Untätigkeit der großen Telekommunikationsanbieter, die kein zuverlässiges Breitband liefern konnten, startete das Projekt bereits 2006. Heute sind 96 Prozent der Haushalte über ein 90 Kilometer langes Glasfasernetz angeschlossen.

Die Idee entstand, als Bürgermeister Martin Benz 2006 die langsamen Internetverbindungen nicht länger hinnehmen wollte. Statt auf private Unternehmen zu warten, beschloss die Gemeinde, das Netz selbst zu bauen. Für die Finanzierung investierte Hohentengen 465.000 Euro aus eigenen Mitteln und nahm Kredite über die verbleibenden 2,5 Millionen Euro auf. Ein staatlicher Förderantrag über 2,25 Millionen Euro wurde nach 18 Monaten Wartezeit abgelehnt – die Gemeinde setzte das Vorhaben trotzdem um.

Der technische Experte der Gemeinde, Andreas Nauroth, entwickelte eine Grabungsmethode, die Straßenaufbrüche auf ein Minimum reduzierte, während über 10.000 Kilometer Kabel verlegt wurden. Dies hielt die Bauarbeiten effizient und kostengünstig. Heute bietet das Netz Internet, Telefonie und Fernsehen für 69 Euro im Monat – ein Paket, das Familien finanziell entlastet und den Alltag erleichtert.

Betrieben wird das Netz von der kommunalen Verwaltung über eine eigene Abteilung (MOKO) sowie die eigens gegründete Gesellschaft MKTH GmbH. Bürgermeister Benz ruft seitdem andere ländliche Gemeinden auf, es Hohentengen gleichzutun – mit sorgfältiger Planung, fachkundiger Beratung und starker Bürgerunterstützung.

Das Projekt hat die digitale Infrastruktur der Gemeinde revolutioniert: Kinder können Hausaufgaben online erledigen, Haushalte sparen Geld. Mit nahezu flächendeckender Versorgung und Gigabit-Geschwindigkeiten gilt das selbstgebaute Netz heute als Vorbild für ländliche Breitbandlösungen. Der Erfolg zeigt, wie lokale Eigeninitiative Versorgungslücken großer Anbieter schließen kann.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle