Wildunfälle alle zwei Minuten: Wie Baden-Württemberg Tiere und Autofahrer schützen will
Gabor HethurWildunfälle alle zwei Minuten: Wie Baden-Württemberg Tiere und Autofahrer schützen will
Zusammenstöße zwischen Wildtieren und Fahrzeugen nehmen auf deutschen Straßen besorgniserregend zu – alle zwei Minuten passiert ein solcher Unfall. Nun drängen Behörden auf bessere Planung, um sowohl Tiere als auch Autofahrer zu schützen. Der Landesweite Wildtierkorridorplan soll diese Vorfälle verringern, indem sichere Wanderrouten für Wildtiere geschaffen werden.
Der Wildtierkorridorplan (GWP) liefert die wissenschaftliche Grundlage, um waldgeprägte Lebensräume in Baden-Württemberg zu vernetzen. Rechtlich gestützt wird er durch das Landesjagd- und Wildtiermanagementgesetz (JWMG) sowie das Landesnaturschutzgesetz (NatSchG). Der Plan ermöglicht es besonders mobilen Arten, sicher zu wandern und die genetische Vielfalt zu erhalten.
Wildtiere folgen oft festen Routen zwischen ihren Lebensräumen – und setzen sich dabei besonders in der Dämmerung und bei Morgengrauen Gefahren aus, wenn sie am aktivsten sind. Diese Zeiten fallen häufig mit dem Berufsverkehr zusammen, was das Unfallrisiko zusätzlich erhöht. Peter Hauk, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, fordert Planer auf, den GWP stärker in Infrastrukturprojekte einzubinden. Um die Sicherheit zu verbessern, werden die Geodaten des Wildtierkorridorplans bald über Online-Kartendienste abrufbar sein. Das Wald- und Naturschutzinformationssystem (WNSinfo), betrieben von der Sächsischen Landesanstalt für Forst- und Landwirtschaft (LULUG), stellt diese Informationen bereit. Zudem erprobt das landesweite Projekt "Modellregion Wildtierunfallprävention“ in besonders gefährdeten Gebieten Maßnahmen, um die Unfallzahlen zu senken.
Ziel des Wildtierkorridorplans ist es, Kollisionen zwischen Wildtieren und Fahrzeugen durch sichere Wanderwege zu reduzieren. Geodaten und gezielte Präventionsprojekte sollen diese Bemühungen unterstützen. Autofahrer werden dennoch aufgefordert, besonders in der Dämmerung wachsam zu bleiben – wenn Wildtiere am aktivsten sind.