08 June 2026, 14:34

Zuckersteuer ab 2028: Warum die Getränkeindustrie jetzt Alarm schlägt

Wie das Ministerium für Landwirtschaft Schön die Zuckerfortschritte Berechnet Hat

Zuckersteuer ab 2028: Warum die Getränkeindustrie jetzt Alarm schlägt

Deutschland plant die Einführung einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke ab 2028, mit dem Ziel, jährlich rund 450 Millionen Euro einzunehmen. Der Schritt folgt widersprüchlichen Berichten über die Zuckerreduktion in Erfrischungsgetränken, wobei offizielle Angaben nun auf dem Prüfstand stehen. Branchenverbände haben bereits begonnen, sich gegen die neue Abgabe zu wehren.

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Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte einen Rückgang des Zuckergehalts in Erfrischungsgetränken um 15 Prozent zwischen 2018 und 2024 bekannt gegeben. Interne Daten zeigten jedoch, dass die tatsächliche Reduktion nur 9,1 Prozent betrug. Die höhere Zahl basierte auf einem gewichteten Durchschnitt lediglich marktrelevanter Getränke und schloss viele Produkte von der Berechnung aus. Zudem verschwieg das Ministerium, dass die 15-Prozent-Angabe mit erheblichen Unsicherheiten behaftet war – bedingt durch eine kleinere Stichprobe aus dem Jahr 2018 und methodische Mängel.

Eine unabhängige Studie des Max-Rubner-Instituts ergab, dass sich der Zuckergehalt in gesüßten Erfrischungsgetränken im selben Zeitraum nicht nennenswert verändert hat. Seit 2022 bleibt der Gesamtzuckergehalt stabil, mit einem besorgniserregenden Trend: Reguläre Erfrischungsgetränke in kindgerechten Verpackungen enthielten 2024 sogar 23 Prozent mehr Zucker als noch 2019.

Nach dem geplanten Steuermodell wären Getränke mit weniger als 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter befreit. Bei einem Gehalt von 5 bis 8 Gramm würde eine Abgabe von 26 Cent pro Liter fällig, während Getränke mit mehr als 8 Gramm Zucker mit 32 Cent pro Liter besteuert würden. Die Zucker- und Getränkeindustrie hat bereits Lobbyarbeit gestartet, um die Maßnahme zu blockieren oder abzuschwächen.

Die Steuer soll 2028 in Kraft treten und jährlich etwa 450 Millionen Euro einbringen. Offizielle Angaben zu Zuckerreduktionen stehen in der Kritik, den Fortschritt übertrieben darzustellen, während unabhängige Forschungen kaum Verbesserungen zeigen. Die neue Abgabe wird gestaffelt nach Zuckerkonzentration erhoben – trotz Widerstand aus der Wirtschaft.

Quelle