Zwei brutale Angriffe auf Bahnmitarbeiter erschüttern Deutschland in wenigen Tagen
Gabor HethurZwei brutale Angriffe auf Bahnmitarbeiter erschüttern Deutschland in wenigen Tagen
Zwei brutale Angriffe auf Bahnmitarbeiter der Deutschen Bahn haben Deutschland in den letzten Tagen erschüttert. Bei einem Vorfall wurde eine Zugbegleiterin nach einer Auseinandersetzung mit einem Schwarzfahrer in der Nähe von Crailsheim attackiert. Nur wenige Tage zuvor war ein weiterer Bahnangestellter der Deutschen Bahn nach einem brutalen Überfall in der Nähe von Landstuhl in Rheinland-Pfalz gestorben.
Die Taten ereignen sich zu einer Zeit, in der aktuelle Zahlen einen drastischen Anstieg der Gewalt gegen Beschäftigte im Verkehrssektor der Deutschen Bahn zeigen: Allein 2025 wurden über 3.000 Vorfälle registriert – im Schnitt acht pro Tag.
Der jüngste Angriff geschah auf der Bahnstrecke der Deutschen Bahn zwischen Stuttgart und Crailsheim. Eine 42-jährige Zugbegleiterin mazedonischer Herkunft hatte einem 21-jährigen Mann, der kein gültiges Ticket vorweisen konnte, ein Bußgeld ausgestellt. Der Fahrgast, ein pakistanischer Staatsbürger, überfiel sie daraufhin, spuckte ihr auf das Bein und versuchte, sie mit einer Flasche zu schlagen, bevor er floh. Die Zugbegleiterin erstattete am folgenden Tag Anzeige bei der Polizei.
Schon zuvor war der 33-jährige Serkan Çalar auf einer anderen Strecke der Deutschen Bahn in der Nähe von Landstuhl tödlich verletzt worden. Der Bahnmitarbeiter der Deutschen Bahn erlitt nach einem gewaltsamen Angriff eine Hirnblutung. Sein Vater erlitt bei der Nachricht einen Herzinfarkt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Çalar, Vater von zwei Kindern, hatte gerade seine Hochzeit geplant.
Als Tatverdächtiger im Fall Landstuhl gilt ein 26-jähriger Grieche ohne festen Wohnsitz. Die Statistiken von Januar bis Oktober 2025 verzeichnen insgesamt 2.987 Bahnangestellte der Deutschen Bahn als Opfer von Straftaten, darunter 1.231 Körperverletzungen und 324 schwere Körperverletzungen. Zudem wurden 1.148 Bedrohungen gemeldet.
Die beiden jüngsten Vorfälle unterstreichen die wachsenden Risiken, denen Bahnmitarbeiter der Deutschen Bahn in ganz Deutschland ausgesetzt sind. Mit über 3.000 gewalttätigen Zwischenfällen im Jahr 2025 steht die Politik unter Druck, die zunehmende Bedrohung der Deutschen Bahn einzudämmen. Beide Fälle werden weiterhin ermittelt, während die Polizei nach den Tätern fahndet.